Achtklässler suchen ihre Potenziale

FWGPotenzialquer

Auf einer Brücke aus Papier machten die Achtklässler der Fritz-Winter-Gesamtschule jetzt die ersten Schritte auf dem Weg ins spätere Berufsleben. Die Papierbrücke mit einem Spielzeugauto als Belastungstest war Teil der Potenzialanalyse im Rahmen der Projektwoche „Lebensplanung und Berufsorientierung im achten Jahrgang. Jeweils einen ganzen Tag absolvierten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Tests um ihren Potenzialen, Neigungen und Interessen auf die Spur zu kommen.

Beobachtet und begleitet wurden sie dabei von den Teamern des Instituts für Bildungskooperation (IfBk) aus Münster, das die Potenzialanalyse nun schon im zweiten Jahr für die Gesamtschule durchführt. Die Analyse ist Bestandteil der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ des Landes NRW und wird mit EU-Mitteln finanziert.

Durchgeführt wurde sie in den Räumen des Bildungsdienstleisters SBH West am Lütkeweg und in der Daimlerstraße in Ahlen. Die Distanz zur Schule ist dabei ausdrücklich gewollt, wie Bernd Bolle, Beratungslehrer des 8. Jahrgangs, betont: „Die Schülerinnen und Schüler sollen sich von den Schulfächern lösen und ihre persönlichen Stärken und Interessen mit Blick auf ein späteres Berufsleben stärker in den Blick nehmen.“ Deshalb sei prinzipiell auch die Teilnahme oder Aufsicht der Klassenlehrer bei den einzelnen Tests nicht erwünscht.

Die Resonanz bei der Klasse 8.5, die in diesem Jahr als erste getestet wurde, war überwiegend positiv. Vor allem spielerisch angelegte Tests zum Kommunikationsverhalten oder zu Problemlösungsstrategien wie die Papierbrücke oder auch der Auftrag ohne Hände „ein Ei aus einem Nest“ zu heben, kamen bei den Jungen und Mädchen gut an. „Beim XXL-Memory war eine Stimmung wie im Fußballstadion“, freute sich etwa Samir Ramadani. Als hilfreich für die eigene Berufswahl schätzten seine Klassenkameraden auch die Rechercheaufgabe zu Traumberufen ihrer Mitschüler ein.

Der Testtag ist für jede Klasse indes nur der erste Teil der Potenzialanalyse, denn die Teamer des IfBK beobachteten jeden Schüler bei den unterschiedlichen Aufgaben. Alle Beobachtungen und die Ergebnisse des computergestützten geva-Testes zur Berufswahl fließen in einen individuellen Auswertungsbogen ein. Dieser wird mit allen Achtklässlern Anfang Dezember jeweils in einem Einzelgespräch von 20 bis 30 Minuten besprochen.

Ganz konkrete und hautnahe Erfahrungen mit der Arbeitswelt haben die meisten Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs dann auch schon gemacht. Am Montag nach der Projektwoche absolvieren sie ihren ersten von drei geplanten Berufsfelderkundungstagen in diesem Schuljahr. Die Bandbreite der gewählten Stellen fürs erste Tagespraktikum der meist 14-Jährigen ist dabei recht weit. Sie reicht vom renommierten Ahlener Autozulieferer bis hin zur Hundepension im Nachbarort.