„Alles Pappe oder was?“

Welche Aufgaben gibt man seinen Schülerinnen und Schülern in Corona-Zeiten? Diese Fragestellung stellt sich besonders den Lehrerinnen und Lehrern im Fach Kunst. Haben alle ihre Zeichen – und Malutensilien am letzten Schultag vor der Schulschließung mit nach Hause genommen? Welche Materialien können eingesetzt werden?

Nachdem als erstes zeichnerische Übungen die Unterrichtsinhalte im digitalen Unterricht bestimmten, sollte es jetzt, nach den Osterferien mit Arbeiten im dreidimensionalen Bereich weitergehen. Bei der Suche nach den Materialien fiel schnell die Wahl auf Papprollen, in Form von Toilettenpapier und Haushaltsrollen unverzichtbare Alltagshelfer, die in allen Familien zu finden sind.

Als Einstieg in die Unterrichtsreihe ging es los mit einer weitgehend freien Aufgabe: eigene Figuren ( schräge Köpfe) zu erstellen, die später in Gruppenarbeit in der Schule zu einer großen Installation zusammengefügt werden sollen. Als zweite Aufgabe konnten die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen, auch unter Zuhilfenahme der Internetrecherche, verwirklichen.

Mit viel Elan, tollen Ideen und Arbeitseifer gingen die Schülerinnen und Schüler der Kunstklasse des 5.Schuljahres der Fritz-Winter-Gesamtschule  ans Werk. Per Foto trudelten die Arbeiten ins Homeoffice der Lehrerin. Harry Potter, Hermine und Ron, Dackel als Stiftehalter, Meerjungfrauen, Gespenster und urige Gestalten, um einige zu nennen. Die Ausbeute ist enorm und wächst täglich! Zu schade fürs Regal im Kinderzimmer.

So kam die Idee auf, eine Ausstellung im Kunstkiosk zu zeigen. Organisation möglichst kontaktarm, versteht sich! Mit engagierter Hilfe der Elternpflegschaftsvorsitzenden, Steffi Brune- Pollak wurde ein „Hygienekonzept“ , üblich in Corona-Zeiten, für die Ausstellungsvorbereitung getroffen. Zwei Ablageorte, an denen die Arbeiten deponiert werden können, waren, vor unseren Haustüren, schnell gefunden.

Leeni, eine Schülerin der Kunstklasse, stellte sich bereit, die Ausstellung im Kiosk zu bauen. Einziger Wermutstropfen, keine Partner- oder Gruppenarbeit wie sonst üblich, Abstandsregeln lassen sich im kleinen  Kiosk nicht einhalten. Die Ausstellung ist schön geworden und wächst noch weiter.

Uns allen, mir, als Lehrerin, aber auch den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern tut es gut, sich mit der Kunst zu beschäftigen, gerade auch in diesen schwierigen Zeiten. Kunst und  Kultur sind Lebensmittel, wie unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Mai in der Berliner Philharmonie beim traditionellen Europakonzert ausführte, unverzichtbar fürs Wohlbefinden.

Das haben wir, einmal mehr, bei der Vorbereitung unserer kleinen Ausstellung im Kunstkiosk erfahren dürfen.

Fortsetzung folgt!