Angstfrei mit dem Tod beschäftigen

FWGCactus

Einem schwierigen Thema setzte sich jetzt der 10. Jahrgang der Fritz-Winter-Gesamtschule aus. „Auf Tod und Leben“ heißt das Theaterstück, das die Schauspielerinnen und Schauspieler von „Cactus Junges Theater Münster“ auf die Bühne im Forum der Schule brachten: Eine Party, ein junges Paar, ein Streit, auf dem Heimweg ein schwerer Unfall mit einem Toten: Was ist zu tun?

Das Thema Tod und Sterben ist in unserer Gesellschaft und im Alltag wenig präsent. Aber ob plötzlich und unerwartet oder eigentlich absehbar, in der Regel sind gerade junge Menschen nicht auf die Realität des Todes vorbereitet. Mit dem Theaterstück sollen Jugendliche deshalb an eine angstfreie Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlich weitgehend tabuisierten Thema „Tod“ herangeführt werden.

Nach einigen Aufführungen an Münsteraner Schulen war „Auf Tod und Leben“ jetzt in Ahlen zu Gast und die rund 180 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 der Gesamtschule erlebten Trauriges und Verzweiflung aber auch Lustiges und Skurriles zum Thema „Tod“. „Es geht darum, den Tod ins Leben zu holen und die Sprachlosigkeit darüber aufzubrechen“, meinte Deutschlehrerin Silja Funke, die den Auftritt von „Cactus“ an der Gesamtschule initiiert hatte. Dass das Junge Theater überhaupt in Ahlen spielen konnte, war indes nur mit Unterstützung des Rotary-Clubs Münster und des Fördervereins der Gesamtschule möglich.

Im Anschluss an die rund einstündige Aufführung stellten sich die Schauspielerinnen und Schauspieler noch ihrem Publikum in einer Gesprächsrunde. Dabei befragten die Schauspieler die Schüler und Schülerinnen zunächst zu ihren Erfahrungen mit dem Tod. So waren die meisten der anwesenden Schüler schon auf einer Beerdigung, haben einige schon einmal tröstende Worte an einen Trauernden gerichtet und haben in der Mehrheit eine feste Vorstellung von einem Leben nach dem Tod. Aber auch die Schüler und Schülerinnen stellten Fragen an das Ensemble und erfuhren unter anderem, dass der skurril anmutende Tanz der Ärzte beim Kampf um das Leben des Verunglückten, dem Brauch der Maori nachempfunden ist und die Figur Hein als Tod oder als das Leben selbst verstanden werden kann. Es wurde deutlich, dass der Umgang mit dem Tod nicht immer nur von Trauer geprägt sein muss. Sowohl während des Stückes als auch bei der Gesprächsrunde wurde häufig und herzlich gelacht. Außerdem biete die Begrenztheit des Lebens auch Vorteile, so Schauspielerin und Choreographin Judith Suermann: „Das Wissen um den Tod ermöglicht auch, dass das Leben bewusst gestaltet wird. Lebt euer Leben, eure Träume.“