Annäherungen an das Unbegreifliche

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Den Schrecken des Ersten Weltkriegs spürten jetzt Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 der Fritz-Winter-Gesamtschule in Belgien nach. Der Besuch auf den ehemaligen Schlachtfeldern in Westflandern ist Teil der Bildungspartnerschaft zwischen der Gesamtschule und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

28 Schülerinnen und Schüler waren mit den Lehrkräften Claudia Buchartowski und Rainer Legant nach Belgien aufgebrochen. Schwerpunkt war das Projekt „In Flanders Fields“ („Auf den Schlachtfeldern Flanderns“) und die Erkundung der großen Gedenkstätten und Museen des Ersten Weltkriegs in Westflandern. In diesem Pilotprojekt, das maßgeblich auch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und von der Stiftung Gedenken und Frieden (Volksbund) unterstützt wird, arbeiteten die Schülerinnen und Schüler aktiv in der Jugendbegegnungsstätte Lommel, wo Einzelschicksale von Menschen, die im Ersten und Zeiten Weltkrieg zu Tode kamen, im Vordergrund standen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete Ypern, wo die Schülerinnen und Schüler anhand britischer und deutscher Kriegsgräberstätten Spuren des Ersten Weltkrieges erkunden und die ungeheuerlichen, sinnlosen Dimensionen der Zerstörungen und des Leids vor Ort erleben konnten.

Der Besuch des dortigen Museums klärte viele der Fragen zu diesem für viele unbegreiflichen Morden und Sterben. Somit wurden nicht nur Themen des Geschichtsunterrichts bearbeitet, sondern auch die Motivation geweckt, sich mit generellen Fragen von friedlichem Zusammenleben und Völkerverständigung als einzig gangbarem Weg zu beschäftigen.

„Belgien mit seinen internationalen Friedhöfen und Gedenkstätten ist hier als Land, das Schauplatz der großen kriegerischen Auseinandersetzungen beider Weltkriege war, ein hervorragendes Ziel für eine solche Studienfahrt“, waren sich Claudia Buchartowski und Rainer Legant anschließend einig.

Den Bogen in die Gegenwart Europas schlug am dritten Tag die abschließende Exkursion zum Europäischen Parlament nach Brüssel. Hier war dann spätestens für alle Schülerinnen und Schüler deutlich, dass nur durch ein demokratisches, starkes Europa Krisen und Auseinandersetzungen friedlich zu lösen sind. „Gut, dass wir Europaschule sind!“, war die einhellige Meinung der Rückkehrerinnen und Rückkehrer.