Aus der Karibik nach Ahlen

FWGKolumbienquer

¡Hola! und ¡Buenos días! – diese Begrüßungen sind jetzt häufiger als sonst auf den Fluren der Fritz-Winter-Gesamtschule zu hören. Bis zum Ende des Schuljahres sind die Austauschschüler Camilo Zapata Trocha, Ramiro José Bermúdez und Isabella De Avila Pallares aus Kolumbien zu Gast in Ahlen.

Das Trio stammt aus der Hafenstadt Barranquilla an der kolumbianischen Karibikküste und besucht dort die Deutsche Schule. „Dort lernen sie seit sieben Jahren Deutsch als Fremdsprache“, erklärt Lehrerin Lina Sickmann. Die junge Spanischlehrerin hat während ihres Studiums in Kolumbien gelebt und gearbeitet und auch selbst in Barranquilla unterrichtet. „Alle Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs nehmen am Schüleraustausch nach Deutschland teil. Es ist für sie die Krönung ihrer Schülerlaufbahn.“

Ihre Mitschüler sind über ganz Deutschland verteilt und Camilo, Ramiro und Isabella hat es nach Ahlen verschlagen. Untergebracht sind sie in Gastfamilien und sie nehmen wie ihre Gastgeschwister Marek Schrader, Maren und Jane Röttger und Eva-Patricia Ünasiam regulären Unterricht der Fritz-Winter-Gesamtschule teil.

Für das Trio geht es in erster Linie darum ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und sich für ihr Sprachdiplom und das Abitur vorzubereiten. Neben dem Klassenunterricht und dem Leben in den Gastfamilien werden sie dabei von Lina Sickmann mit Deutsch-Zusatzstunden unterstützt.

Abgesehen natürlich vom Wetter sind die Unterschiede zwischen der Karibikküste und dem Werseufer offenbar recht groß. „Die Stadt Ahlen ist zwar klein, aber sehr schön und besonders gefällt uns die Sicherheit. Also dass man alleine auf der Straße sein kann und keine Angst haben muss, ist ein schönes Gefühl“, geben etwa Isabella und Ramiro als ersten Eindruck wieder.

Wie eingeschränkt die deutsche Sicht auf Kolumbien ist, haben sie aber auch schon erfahren und sich darüber gewundert, von ihren deutschen Mitschülern häufig auf das Thema Drogen und Entführungen angesprochen zu werden. „Ein Mitschüler wollte allerdings auch wissen, was ,hola´ auf kolumbianisch heißt“, schmunzelt Ramiro.

Und noch etwas ist den Dreien aufgefallen: „In Kolumbien müssen wir viel Schulgeld zahlen und hier wird nichts bezahlt“, wundert sich Isabella. Und Ramiro stellt fest: „Die Schüler hier in Deutschland sind ruhiger und konzentrierter.“