Beim Schreiben die Gesamtschule im Kopf

FWGSchulbuch_quer

Vor einem Jahr hat sie ihr Referendariat beendet, seit drei Monaten leitet sie ihre erste Klasse 5 und jetzt hat Kirsten Mann, Lehrerin an der Fritz-Winter-Gesamtschule, auch noch an ihrem ersten Buch mitgeschrieben. Und weil es für eine Biographie nun doch noch zu früh ist, ist erst einmal ein Schulbuch für das Fach Hauswirtschaft entstanden.

„Eine ehemalige Dozentin von der Universität Paderborn hat mich angesprochen, ob ich Lust hätte an einem neuen Schulbuch mitzuarbeiten“, erzählt die 29-Jährige. Kirsten Mann hatte Lust und verfasste schließlich zwei Kapitel im neuen „Plan L. – Leben bewusst gestalten“ aus dem Paderborner Schöningh-Verlag.

Besonders am Herzen liegt ihr dabei das Thema Nachhaltigkeit. Bislang war das eher eine Sache für das Fach Gesellschaftslehre oder Politik. „Nachhaltig konsumieren für die Zukunft der Erde – aber wie?“ fragt nun ein Kapitel in „Plan L.“ die Schülerinnen und Schüler auch in Hauswirtschaft. „In dem Ausmaß ist das Thema neu für ein Hauswirtschaftsbuch“, stellt Mann fest, die alle Texte für das Kapitel selbst geschrieben hat. „Der Verlag hat mir viele didaktische Freiheiten gelassen“, resümiert die Autorin, sodass viel von ihr selbst und ihrer Unterrichtsarbeit in dem neuen Schulbuch steckt.

Neben dem Kapitel zur Nachhaltigkeit, das sich vor allem mit den Folgen des eigenen Konsumverhaltens auf Umwelt und Mitmenschen beschäftigt, hat Kirsten Mann auch ein Mutmacher-Kapitel für alle Küchen-, Koch- und Familienmuffel verfasst – Titel: „Haushalt im Griff – yes, you can!“ Auch auf dem „Methoden-Trainingsplatz“ im Buch hat sie ihre Spuren hinterlassen und Infos zu dem sogenannten „Buddy Book“ oder der „Erkundung“ verfasst.

Ihre Bilanz nach über einem Jahr Arbeit am Schulbuch:„Das Projekt war unfassbar viel Arbeit. Neben der Planung und dem Schreiben galt es vieles abzusprechen, beispielsweise mit den Grafikern des Verlages oder der Herausgeberin.“

Ihre persönlichen Unterrichtserfahrungen an der Fritz-Winter-Gesamtschule konnte sie indes gut einbringen. „Ich hatte bei der Gestaltung der Aufgaben immer meine Schülerinnen und Schüler vor Augen oder unsere Mensa“, erinnert sich Kirsten Mann. Und auch ihr aktueller Unterricht in ihren Fächern Hauswirtschaft und Englisch profitiert von der Arbeit am Lehrwerk. „Man trainiert beim Schreiben und Planen vieles und hinterfragt noch mehr – auch an seinem Unterricht“, ist sie überzeugt.

So ist Kirsten Mann durchaus ein bisschen stolz auf die „selbstdifferenzierenden Aufgabenformate“, die Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten unterschiedliche Lern- und Verstehenswege aufzeigen. „Das Buch macht verschiedene Vorschläge, wie man den individuellen Weg zum Ziel finden kann.“

Kirsten Mann hofft nun, dass „Plan L.“ auch von den Schulen gut angenommen wird. Erste Rückmeldungen – auch aus dem Kollegenkreis an der Fritz-Winter-Gesamtschule –machen ihr Mut. „Der Verkauf ist offenbar gut angelaufen.“ Ganz abgeschlossen ist das Projekt für sie außerdem auch noch nicht, ein Lehrerband ist noch in Planung. Weitere Schulbuch-Pläne will die junge Lehrerin zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht anstoßen. „Momentan erfüllt mich die Aufgabe als Klassenlehrerin der 5.3 mit großer Freude.“