Besuch in Bergen-Belsen rüttelt auf

Die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen in der Nähe von Celle besuchten die Klassen 10.1 und 10.2 der Fritz-Winter-Gesamtschule am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Initiative zum Besuch der Gedenkstätte kam von den Schülerinnen und Schülern selbst.

„Beim gemeinsamen Putzen der Stolpersteine im Umkreis unserer Schule kam der Wunsch auf, das ehemalige Konzentrationslager zu besuchen und sich außerhalb des Unterrichts mit dem Thema auseinanderzusetzen“, berichtet Karoline Kriebel, die in der Klasse 10.2 das Fach Gesellschaftslehre unterrichtet.

Ihre Schülerinnen und Schüler hätten zudem mit Besorgnis wachsendes Unwissen und Desinteresse über die NS-Vergangenheit registriert. „Sie wollten ein positives Beispiel sein und zeigen, dass sich ihre Generation dafür interessiert und sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt.“

Neben Karoline Kriebel waren auch die Lehrkräfte Mohan Esapathi, Stephanie Rosentreter, Caspar Walbeck und Felix Keßler am 27. Januar mit nach Bergen-Belsen gefahren. Der Förderverein der Fritz-Winter-Gesamtschule unterstützte die Fahrt.

Der Besuch der Gedenkstätte hinterließ bei ihren Schülerinnen und Schülern tiefe Eindrücke, etwa große Trauer angesichts der Opfer, aber auch „enorme Wut“ auf die Täter. „Es ist doch etwas anderes an so einen Ort zu kommen und die Ausmaße so deutlich zu sehen. Es ist wichtig, dass jeder einmal so einen Ort besucht“, meint Vivien Giersich. Und ihr Mitschüler Leonard Kösters ergänzt: „Man kann sich so etwas Grausames von Menschen gar nicht vorstellen. Ich versuche jetzt öfter an die Millionen Menschen zu denken, die alles verloren haben und einen qualvollen Tod gestorben sind.“

Robin Göbel versteht den Besuch in Bergen-Belsen als Auftrag: „Wir dürfen nicht vergessen. Ich gebe nicht die Hoffnung auf, dass man aus seinen Fehlern lernt. Deswegen müssen wir uns gegen Menschen wehren, die diese Verbrechen verneinen und vergessen möchten.“