Bio-LK macht Bakterienkolonien blau

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Mit Bakterien an die Gene rückte jetzt der Bio-Leistungskurs 12 der Fritz-Winter-Gesamtschule. Bei einem Exkursionstag im Biolabor Beverungen führten die Schülerinnen und Schüler selbstständig Experimente durch und machten sich mit grundlegenden Techniken der Molekularbiologie vertraut.

Zunächst erfolgte eine Einweisung in die Gerätschaften des Gentechniklabors wie die Benutzung der automatischen Pipetten, des Vortex – eines Geräts zum Durchmischen von Reagenzglasinhalten -, der Tischzentrifugen sowie der Elektrophorese-Apparatur, die zur Trennung von Molekülgemischen benötigt wird.

Mit dem nötigen theoretischen Hintergrund begann der experimentelle Teil der Exkursion. Anhand der ausliegenden Versuchsanleitungen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler weitgehend selbstständig. So wurden zum Beispiel Agarose-Gele für die Elektrophorese hergestellt, Agarplatten gegossen und mit Bakterien beimpft.

Ziel war es, mithilfe von Restriktionsenzymen, sogenannten chemischen Scheren, ein Bakterienplasmid (ringförmiges DNA-Molekül) an der richtigen Stelle aufzuschneiden und einen Genabschnitt einzufügen. Das so veränderte Plasmid wird anschließend in E. coli-Bakterien eingebracht. Bei geglücktem Transfer sind diese Bakterien in der Lage, einen zugegebenen, zunächst farblosen Farbstoff zu spalten: die Bakterienkolonien erscheinen dann blau!

Dass der Versuch geklappt hatte, erfuhren die experimentierfreudigen Laborantinnen und Laboranten allerdings erst drei Tage später per E-Mail, da die Bakterienkolonien einige Zeit im Wärmeschrank verbringen mussten um zu wachsen.

Der arbeitsreiche und anstrengende Labortag, den der Förderverein der Gesamtschule ermöglicht hatte, wurde von allen als gewinnbringend empfunden. Eine Schülerin formulierte ihr Urteil so: „Jetzt kann man sich diese komplizierten gentechnischen Verfahrensschritte viel besser vorstellen und merken. Manches ist mir  jetzt viel klarer geworden.“