Die Schülerbücherei – ein Ort für Parallelwelten?

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„Sie haben eine wunderbare Bibliothek – solche Räume des Lesens, der Stille sind heutzutage noch kostbarer als früher. Das Ambiente ist wirklich gelungen, und was ich von Lehrern und Schülern gehört habe, lässt mich hoffen, dass die Welt der Leser (als Parallelwelt) weiterleben wird.“

So Ulla Lachauer nach ihrem zweifachen Mitwirken bei der Neueröffnung der Schülerbücherei der Fritz-Winter-Gesamtschule.

Um 10 Uhr füllte sich die Schülerbücherei mit Schülervertretern aller Klassen und Jahrgangsstufen. Sie wurden von maskierten Schülerinnen und Schülern, die Bücher in ihren Händen hielten begrüßt und waren sichtlich irritiert. Hinter den Masken verbargen sich Schülerinnen und Schüler aus dem Lernbereich Darstellen und Gestalten, die im Sinne einer kleinen Performance zum Ausdruck bringen wollten, was man so alles mit dem Buch anstellen kann. Eine durchaus gelungene Begleitung dieser Veranstaltung.

Für den musikalischen Rahmen sorgten die zwei Schüler Lukas Weber und Leonard Herzog der Jahrgangsstufe 12 mit den Instrumenten Trompete und Jagdhorn. Außergewöhnlich aber umso eindrucksvoller. Und dann stand Ulla Lachauer im Mittelpunkt. Sie ist durch ihre Patenschaft für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Fritz-Winter-Gesamtschule besonders zugeneigt und hatte für die Büchereieröffnung die kleine Erzählung „Der neugierige Affe“ im Gepäck dabei. Und so wurde der kleine Affe Coco mit seinem blauen Fahrrad zum Mittelpunkt des Vor- und auch des Nachmittags. Er oder besser gesagt die Autorin Ulla Lachauer verwickelte die Schülerinnen und Schüler am Vormittag und die Erwachsenen am frühen Nachmittag in einen intensiven Meinungsaustausch über die Bedeutung des Lesens von Büchern, über das heimliche Lesen, über das Lesen im Bett und über das Eintauchen in fremde Welten, die zu Parallelwelten werden können und dürfen.

Um 14 Uhr waren die Elternvertreter aller Klassen und Jahrgangsstufen eingeladen. Sie wurden nicht nur vom Schulleiter Alois Brinkkötter sondern auch von Matthias Harman, dem Vorsitzenden des Schul- und Kulturausschusses der Stadt Ahlen, begrüßt. Er unterstrich das außerordentliche Engagement der Schule und des Fördervereins, die für die Neugestaltung der Schülerbücherei gesorgt hätten.

Der Schulleiter Alois Brinkkötter fasste die Gelingensfaktoren für solche Projekte zusammen: „Auf der einen Seite handeln wir stets auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und verbinden das mit dem ganzheitlichen Anspruch der Schule. So sind bei der heutigen Veranstaltung die Bereiche Kunst und Theater, Musik und Kultur vertreten. Und im Mittelpunkt stehen die Menschen.“