Ein tolles Praktikum irgendwo im Nirgendwo

Bei ihrem Praktikum vertrauen die meisten Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 12 der Fritz-Winter-Gesamtschule auf den sicheren Weg. Schließlich gibt es in Ahlen und Umgebung genug verlässliche Betriebe. Es geht aber auch anders: Übers Internet eine Stelle suchen, Mails schreiben, in ein Flugzeug steigen und irgendwo im Nirgendwo auf einem Bauernhof in Irland mit anpacken. Zwei Schülerinnen haben sich das getraut und sind sich sicher: „Das war eine richtig, richtig gute Erfahrung!“

 „Ein Bekannter hat uns immer vom Arbeiten im Ausland vorgeschwärmt. Da wollten wir es ausprobieren“, erzählen Ronja Obermann und Alina Tordeurs. Die beiden Oberstufenschülerinnen haben ihre Praktikumsstelle beim Vermittlungsportal „workaway.info“ gefunden. „Dort gibt es auch Bewertungen und Kommentare zu den einzelnen Anbietern, die man natürlich genau und kritisch studieren muss“, erklärt Ronja Obermann. Letztlich sei aber ausschlaggebend gewesen, dass ihre Gastgeberin Amanda „sehr sympathisch rüber kam.“ Und dass Amanda auf ihrem Bauernhof in der Nähe von Dungarvan im Süden Irlands Mithilfe bei der Betreuung von behinderten und nichtbehinderten Kindern beim therapeutischen Reiten suchte, machte die Entscheidung noch leichter. „Wir wollten schließlich auch etwas mit Pferden machen“, berichten Ronja und Alina, die beide selbst Erfahrung als Reiterinnen haben.

Und so wohnten Ronja und Alina mit ihrer Gastgeberin unter einem Dach, versorgten die elf Pferde des Hofes auf den weit verstreuten Weiden, reparierten Zäune „auch bei Sturm“ oder begleiteten die Kindern bei den Therapiestunden. „Wir waren schon richtig gefordert“, bekräftigt Alina und ist sich sicher: „Die Pferde haben dort bestimmt ein schönes Leben.“

Die Schönheiten Irlands gefielen aber auch den beiden Gesamtschülerinnen. Platz genug war schließlich vorhanden, weiß Ronja: „Da standen nur drei Häuser.  Man hatte Zeit zu sich selbst zu finden.“ Und die Einheimischen waren offenbar auch toll. „Die Iren sind so lieb. Wir sind keinem unfreundlichen Menschen begegnet.“

Und so steht für die beiden Gesamtschülerinnen als Ergebnis ihres Praktikums fest: „Nach dem Abitur ist für uns auf jeden Fall eine Perspektive wieder ins Ausland zu gehen.“