Elektroschrott als wertvoller Rohstoff

FWGAurubis

Wie aus Kupfer- und Elektroschrott wie z.B. Handys wieder wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Silber, Gold und andere Metalle gewonnen werden können – davon konnten sich Schülerinnen und Schüler des 12er-Chemiekurses der Fritz-Winter-Gesamtschule vor Ort in Europas größtem Standort für Kupferrecycling bei der Firma Aurubis in Lünen im Rahmen einer Werksbesichtigung ein eigenes Bild machen.

Besonders Elektroschrott und speziell alte Handys sind wahre Rohstoffschätze, da sie neben Kupfer vor allem Edelmetalle wie Silber, Gold und Platin in relativ hohen Mengen enthalten.

Einfach herausschmelzen kann man diese Metalle jedoch nicht, um sie anschließend wieder in reiner Form zurückzugewinnen. Das war auch den Schülerinnen und Schülern des 12er-Chemiekurses der Fritz-Winter-Gesamtschule bereits vor dem Besuch bei Aurubis klar.

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Rahmen ihres Chemieunterrichts unter anderem damit beschäftigt, wie man Legierungen – also ein Gemisch von verschiedenen Metallen, wie sie beim Recycling anfallen – in ihre einzelnen Metalle zurückführen kann. Dies ist zum Beispiel mit Hilfe des elektrischen Stroms möglich, also einer Elektrolyse. Dieses Verfahren wird auch bei der Firma Aurubis angewendet und verbraucht am Standort Lünen etwa so viel Strom wie eine 40.000-Einwohnerstadt, berichtete der Gruppenbetreuer des Kurses, Chemie-Ingenieur Andreas Nolte.

In der riesigen Elektrolysehalle der Firma konnte der Kurs hautnah erleben, wie mehrere tausend von je etwa 380 kg schweren Rohkupferelektroden in einem Elektrolysebad zu hochreinem Kupfer umgewandelt wurden. Dieses Kupfer ist Ausgangsmaterial für viele Alltagsprodukte wie Wasserrohre, Stromkabel und Elektrogeräte. Die Elektrolyserückstände, die neben den Edelmetallen Silber, Gold und Platin noch weitere wertvolle Rohstoffe enthalten, werden in einem anderen Werk weiter voneinander getrennt. Somit ist Aurubis mit einer jährlichen Produktion von etwa 40 Tonnen Gold auch einer der größten Goldhersteller Europas.

Im Rahmen der Werksbesichtigung konnten die Schülerinnen und Schüler des Chemiekurses von Lehrer René Poloczek Einblicke in zahlreiche Aufarbeitungsschritte nehmen und haben nun sicher ein besseres Verständnis davon, dass Elektroschrott Bestandteil des Handys von morgen sein kann.