Europa ist und bleibt ein spannender Kosmos

PosterEuropawochenetz

Großbritannien ist „raus“, strebt aber eine intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU-Staatenfamilie an. Die Nachbarn Deutschland und Frankreich wollen ein gemeinsames Kampfflugzeug entwickeln; Staaten wie Polen und Ungarn erwecken – beispielsweise in der Flüchtlingspolitik – immer mehr den Eindruck, zwar von der EU profitieren, aber ihre Pflichten nicht übernehmen zu wollen. Solche Erosionserscheinungen wiederum wecken das Interesse von Nationen außerhalb des Staatenbundes. Einer von denen, die USA, hat vorübergehend Strafzölle gegen Waren aus der Europäischen Union ausgesetzt. Europa ist und bleibt ein spannender Kosmos.  

Wie Europa ist, was es ist und wie man es sich vorstellen möchte – darum geht es bei der zweiten Europawoche der Fritz-Winter-Gesamtschule, seit sie 2016 in den Rang einer Europaschule erhoben worden ist. Koordinatorin Anke Gutsche hat für die Zeit zwischen dem 2. bis 4. und 7. bis 8. Mai bewusst einen Mix aus lokalen Akteuren mit ihren eigenen Visionen und Funktionären/Experten aus verschiedenen Gesellschaftszweigen gewählt, die den Schülern Europa nahebringen sollen. Was Erinnerung angeht, aber auch die Gegenwart und das Zukünftige.

 

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Am Mittwoch, den 2. Mai, um 10.00 Uhr eröffnet die Regisseurin Julia Jacob mit dem Filmprojekt „CITY OF HOPE – Demokratie und Europa im Film“ die Veranstaltungsreihe der Schule anlässlich der Europawoche. Zunächst stellt sie in Form einer Fotopräsentation und Filmvorführung die Filmbildungsinitiative „Dein Augenblick“ und Ausschnitte aus der Installation „Faces and Places“, unter der Beteiligung von Schülerinnen und Schülern der Fritz-Winter-Gesamtschule, vor. Im Anschluss daran (ca. 11.15 – 12.00 Uhr) wird der gesamte neunte Jahrgang an einem Workshop zum Thema „Filmberufe“ teilnehmen. Ein Aufruf zur Teilnahme an der Drehbuch- und Schauspielklasse.

[10 Uhr Forum FWG]

 Des Weiteren, ist die gebürtige Ahlener Autorin – ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz – Ulla Lachauer mit ihrer Sicht auf „Europa im Wandel der Zeit“ vor Ort. Darin steckt viel Lachauer.

[10 Uhr Bücherei FWG]

Am Donnerstag, 3. Mai, verdeutlicht Marie-Lou Perou, was Grenzen zu überwinden – auch für den Kopf – heißt. Frau Perou erarbeitet mit den Schülerinnen und Schülern in einem interaktiven Vortrag die Aufgaben und Funktionen des deutsch-niederländischen Zweckverbandes Euregio, einer europäischen Nachbarschaftsidee.

[10 Uhr, Bücherei FWG]

 Am Freitag, 4. Mai, bietet das Civic-Institut ein Planspiel mit dem Thema „Destination Europe“ an. Mit diesem Planspiel zum Thema Asyl-und Flüchtlingspolitik „erfahren“ die Schülerinnen und Schüler, wie Entscheidungsprozesse in der Europäischen Union ablaufen. Zum Aufbau der EU, der EU-Grundrechtcharta und anderen aktuellen Themen wird es zudem Informationen aus erster Hand geben: um ca. 14.00 Uhr wird der Europaabgeordnete Dennis Radtke zu Gast sein.

[8 – 15.00 Uhr, FWG]

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Aygen-Sibel Celik wird an diesem Freitag ebenfalls Gast in der Fritz-Winter-Gesamtschule sein. In ihrer interaktiven Lesung aus ihrem Buch „Fußball, Gott und echte Freunde“ werden die Kinder einiges über Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Christentum, Judentum und Islam erfahren und ihr eigenes Wissen einbringen können.

[10 Uhr, Bücherei FWG]

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Auch die Autorin Lamya Kaddor ist vor Ort. In ihrem neuen Buch „Die Sache mit der Bratwurst“ beschreibt sie persönliche Einblicke in das Zusammenleben mit unterschiedlichen Kulturen und thematisiert auch Klieschees über muslimisches Leben in Deutschland. In ihrer Lesung wird sie Auszüge aus dem Buch vorstellen und die Schülerinnen zur Diskussion einladen. Möglich wurde diese besondere Veranstaltung dank er Unterstützung durch den Aktions- und Initiativfonds der Partnerschaft für Demokratie Ahlen „Demokratie leben! Eine Idee vom Glück.“

[10 Uhr Forum FWG]

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Am Montag, 7. Mai, steht Tanz wieder einmal im Mittelpunkt: Rhythmus, Beats, breites Lachen auf Gesichtern: „Dance4Respect“! Es ist ein sehr spezielles Show- und Pädagogikformat der beiden, aus dem Fernsehen bekannten, Brüder „Tom2Rock“. Sie zeigen in der Schule, wie international und deshalb völkerverbindend die wortlose Sprache in der Musik sichtbar wird. Ziel des Projektes ist es, durch Tanz Teamwork und die Kreativität der Teilnehmer zu fördern und vor allem den Respekt untereinander zu stärken, um somit ein „Wir-Gefühl“ durch das Tanzen zu entwickeln.

[ab 9 Uhr Fritz-Winter-Gesamtschule]

 

Am Dienstag, 8. Mai, steht die Gedenkfeier auf dem Ostfriedhof-Gräberfeld für die Opfer der Kriegs-Zwangsarbeit unter dem Motto „Leben ohne Hass“. Denn Hass war Motor für die Zerstörungsmaschinerie Krieg, die so viele Leben forderte; gleichsam aber auch Anlass für teils Jahrzehnte später er- und gelebte Versöhnung der einst aufs Blut Verfeindeten.

[10 Uhr Ostfriedhof]

 

 

Am selben Tag und zum Abschluss der Europawoche liest Dr. Hans Jürgen Zacher, der sich seit langem dem christlich-jüdischen Dialog verschrieben hat, aus seinem Buch „Vern“. Darin geht es um die Begegnung mit Nachfahren von Opfern des Holocausts über Schmerz und Vergebung.

[ 10 Uhr, Bücherei FWG]

 

Begleitend zur Europawoche findet die Ausstellung der Friedrich Naumann Stiftung „Finalisten der internationalen Comic-Wettbewerbe“ statt. Die Fachschaften Französisch und Spanisch präsentieren Eindrücke ihrer internationalen Kontakte und Kunstkurse zeigen Fotoarbeiten zum Thema „Wertvolles Europa“.