Geschichts-LK 12 auf den Spuren des Widerstands Jugendlicher zur Zeit des Nationalsozialismus

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„Von Navajos und Edelweißpiraten“ lautete das Motto der Stadtteilführung durch Köln-Ehrenfeld und der anschließenden Besichtigung des ehemaligen Gestapo-Gefängnisses in Köln.

Im Zuge dessen ging es für den Geschichts-Leistungskurs der Fritz-Winter-Gesamtschule nach Köln. Zunächst erhielten die Schülerinnen und Schüler vor Ort Informationen zum Widerstand jugendlicher oppositioneller Gruppen, wie den Navajos und Edelweißpiraten, in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Geschichte dieser Jugendgruppen wurde von den Schülerinnen und Schülern Stück für Stück zu Fuß an verschiedenen Stationen im Stadtteil Köln-Ehrenfeld erkundet. Dabei wurden unter anderem der geheime Treffpunkt der Jugendgruppen, wie auch die heutige Gedenkstätte, an welcher es zu zahlreichen Hinrichtungen von Mitgliedern dieser Gruppen kam, besichtigt. Hierbei erhielten die Schülerinnen und Schüler grundlegende Informationen zum geleisteten Widerstand im Nationalsozialismus und diskutierten den Widerstandsbegriff vor dem Hintergrund der Art und Weise des geleisteten Widerstandes.

Nach der ersten Erkundung der Erinnerungsorte ging es im Anschluss weiter in das EL DE-Haus, einem ehemaligen Gestapo Gefängnis mitten in der Stadt von Köln. Der Erhalt der Gestapo-Haftanstalt in ihrem originalen Zustand ermöglichte den Schülerinnen und Schülern, sich einen unverfälschten Eindruck über die Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes zu machen. In dem Gefängnis wurden Häftlinge jeglicher Art eingesperrt, der Fokus der Führung lag auf den Lebensgeschichten jugendlicher Häftlinge. Aufgrund dessen war die Besichtigung für die Schülerinnen und Schüler eine eindrucksvolle Erfahrung, da sie sich vorstellen konnten, wie die jugendlichen Widerständler in Haft gehalten wurden. Auch die erhaltenen Inschriften der Gefangenen an den Wänden der Haftzellen konnten zum Erkenntnisgewinn beitragen und sensibilisierten die Schülerinnen und Schüler für die Grausamkeiten der Nationalsozialisten durch ihre Unmittelbarkeit und Authentizität. Der Besuch des Gefängnisses war sehr prägend, da die räumliche Enge und die schlechten Haftbedingungen deutlich wurden. Insbesondere eine Information, nämlich, dass zu Hochzeiten bis zu 20 Häftlinge in einer Zelle gewesen seien, sorgte für Irritationen und Unverständnis und wurde von einem Schüler durch die Frage: „Wie kann das denn gehen? Das wäre unsere gesamte Gruppe, da konnten die Häftlinge nicht einmal im Liegen schlafen“ zum Ausdruck gebracht. Eine weitere beeindruckende Geschichte war die Fluchtgeschichte eines Häftlings, der es durch eine Reihe glücklicher Zufälle schaffte, aus dem Gestapo Gefängnis zu fliehen.