Jede Menge Strom im Aluminium

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Wie mit Hilfe von unglaublich viel elektrischem Strom aus weißer Tonerde Aluminium entsteht – davon konnten sich Schülerinnen und Schüler der 12er-Chemiekurse der Fritz-Winter-Gesamtschule bei der Aluminiumhütte der Firma Trimet in Essen im Rahmen einer Werksbesichtigung ein eigenes Bild machen.

Dass man zur Herstellung von Aluminium elektrischen Strom benötigt, haben die Schülerinnen und Schüler bereits als Vorbereitung auf diese Exkursion im Unterricht von Chemielehrer René Poloczek erfahren. Dass es aber so viel ist, dass die Essener Hütte zur jährlichen Herstellung von etwa 300 000 Tonnen Aluminium etwa 1% des deutschen Stroms verbraucht, macht das wahre Ausmaß deutlich. Wenn Trimet nur einen Cent mehr pro Kilowattstunde bezahlen müsste, würde sich die jährliche Stromrechnung um etwa 60 Millionen Euro erhöhen. Bei Trimet spricht man allerdings nicht von Stromverbrauch, sondern –gebrauch. Damit möchte Werksführer Hans-Dieter Jensen deutlich machen, dass Strom bei der Produktion eher im Aluminium chemisch gespeichert wird und trotz der zunächst hohen Stromkosten auch einen wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen hat. So verbrauchen Autos, in denen leichtes Aluminium statt Stahl verbaut ist, etwa einen Liter Sprit pro 100 Kilometer weniger.

Im Rahmen der Besichtigung konnten die Exkursionsteilnehmer umfangreiche Einblicke in die Produktionsabläufe der Aluminiumherstellung und –Verarbeitung erhalten. Im ersten Schritt wird die Tonerde in einem Elektrolyseofen mit Hilfe des elektrischen Stroms in Aluminium umgewandelt. Danach wird das flüssige Aluminium mit anderen Metallen wie Magnesium oder Silicium legiert, um bessere Materialeigenschaften zu erhalten. Schließlich werden aus der Schmelze Barren gegossen, die an anderer Stelle beispielsweise zu Autoteilen weiterverarbeitet werden. Die Hauptabnehmer befinden sich dabei in einem Radius von etwa 200 km um das Werk herum. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass das Aluminium für die Alufolie in unserer Küche in Essen produziert wurde.

Da aus baulichen Gründen der Besuch der Ausbildungswerkstatt nicht möglich war, informierten Herr Jensen und zwei Auszubildende über die Berufsmöglichkeiten bei Trimet. Dabei berichteten die Auszubildenden auch über das Bewerbungsverfahren, was auch für einige Schülerinnen und Schüler nun in Kürze ansteht. „Bei Trimet muss man naturwissenschaftlich und technisch interessiert sein. Wer unentschuldigte Fehlstunden hat, gerät in Erklärungsnot“, so Hans-Dieter Jensen. So wurde den Besuchern noch einmal deutlich gemacht, was demnächst von ihnen verlangt wird.

Bildzeile: Zu Besuch in der Essener Aluminiumhütte der Firma Trimet waren die 12er-Chemiekurse der Fritz-Winter-Gesamtschule.