Jede Sekunde bringt 250 Liter Abwasser

FWG_Kläranlage

Im Rahmen des Wandertages besuchten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8.4 der Fritz-Winter-Gesamtschule die Ahlener Kläranlage, um sich ein eigenes Bild von den Reinigungsverfahren des Abwassers zu machen. Zuvor wurde im Unterricht das Thema „Trennverfahren“ behandelt, wobei es auch um die Reinigung von dreckigem Wasser im Versuch ging.

Um sich einen guten Überblick über die Abläufe in der Kläranlage zu machen, führten Thomas Kröger (Leiter der Kläranlage) und Marco Rybka (Fachkraft für Abwassertechnik) je eine Schülergruppe durch die Anlage. Die Ahlener Kläranlage im Nordwesten der Stadt ist die zentrale Kläranlage, in der auch das Abwasser aus Vorhelm und Tönnishäuschen geklärt werden. Jährlich fallen etwa 6,5 Millionen Kubikmeter Abwasser an, was einem täglichen Volumen von etwa 120 Litern pro Ahlener Einwohner entspricht. Pro Sekunde laufen somit im Durchschnitt 250 Liter Wasser durch die Anlage, wobei es nach Niederschlägen deutlich mehr sind.

 

Beim Rundgang durch die Anlage war die erste Station der Rechenraum. Dort wurden neben Toilettenpapierresten und Exkrementen auch Gegenstände herausgesiebt, die man normalerweise nicht im Abwasser vermutet. „Vor einiger Zeit rief jemand an, um zu fragen, ob in der Kläranlage sein Gebiss aufgetaucht sei“, so Marco Rybka.

 

Im weiteren Anschluss konnten sich die Schülerinnen und Schüler ein eigenes Bild von der Funktionsweise einer Kläranlage machen und wurden dabei vom fachkundigen Kläranlagenpersonal entlang der einzelnen Reinigungsstufen geführt. Zum Höhepunkt der Besichtigung gehört auch die Besteigung des rund 27 Meter hohen Faulturms, von dem aus ein Ausblick bis Hamm und Beckum möglich war.

 

Dass das Abwasser am Ende wieder fast so rein wie Trinkwasser war, war für viele verblüffend. So kam sogar die Frage auf, ob man das schließlich erhaltene Wasser sogar trinken kann, was von den Mitarbeitern verneint wurde, da sich darin noch zu viele Bakterien befänden.

 

Trotz des teils unangenehmen Geruchs an der Anlage betonte Marco Rybka mehrfach, wie vielseitig sein Beruf sei. Neben der Wartung der Technik gehe es auch darum, regelmäßig Analysen durchzuführen, um die Einhaltung der vorgegebenen Wasserwerte zu dokumentieren. Um nähere Einblicke in Berufe rund um die Kläranlage zu erhalten, bot er interessierten Schülerinnen und Schülern auch an, hier ein Praktikum zu machen. So trug diese Besichtigung auch dazu bei, den Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Berufswelt zu geben, was für den begleitenden Lehrer René Poloczek ein besonderes Anliegen darstellt.