Jörg Armbruster liest und diskutiert im Forum der Gesamtschule

Jörg Armbruster und Rudolf Blauth

„Es spielt heute eine entscheidende Rolle im Schulunterricht Israels die Geschichte der Großeltern aufzuschreiben.“ Diese Erkenntnis unterstreicht Jörg Armbruster, der den Schülerinnen und Schülern aus der gymnasialen Oberstufe Auszüge seines Buches „Willkommen im gelobten Land? Deutschstämmige Juden in Israel“ vorstellt.

Jörg Armbruster, der mehrfach für seine Leistungen als Journalist ausgezeichnet wurde und große Bekanntheit durch seine Tätigkeiten als ARD-Auslandskorrespondent für den Nahen und Mittleren Osten und als Moderator des Weltspiegels erworben hat, ist sicher kein alltäglicher Gast in der Gesamtschule gewesen.

Als der Leiter der VHS Rudolf Blauth in einem einleitenden Interview interessante Details zur Biografie Jörg Armbrusters erfragt, wird bereits deutlich, dass ein absoluter Experte zu Gast ist.

Armbruster berichtet und liest über seine Spurensuche nach deutschstämmigen Juden und trifft Menschen mit bewegenden Geschichten und Lebensläufen. In einem Altersheim in Haifa sucht er alte Menschen auf, die als Kinder die Konzentrationslager überlebten und mit den Folgen noch heute leben müssen. „Der Krieg geht in uns weiter“ ist dabei eine Aussage einer Heimbewohnerin, die die Situation auch noch heute auf den Punkt bringt. Es sind die Erfahrungen und die Biografien der emigrierten Juden, die auch noch die zweite und dritte Generation prägen. Erst die Enkel gehen offener mit der Familiengeschichte um und wollen mehr erfahren, nachdem ihre Eltern und Großeltern von der Vergangenheit geplagt und traumatisiert einen schweren Neuanfang in Israel hatten.

Im Anschluss an die Lesung beantwortet Armbruster viele Fragen der Schülerinnen und Schüler. Aktuelle Bezüge kommen nicht zu kurz und als Experte antwortet er bereitwillig auf Fragen, die von Entwicklungen im Nahen Osten handeln, aber auch die gewissenhaften Aufgaben journalistischen Handelns betreffen.