Klartext über Meinungsmache

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Die Botschaft der beiden Schauspieler im Klassenraum ist klar: Im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin wollen sie die 10. Klassen der Fritz-Winter-Gesamtschule für Politik begeistern. Denn Politik ist spannend und bestimmt die Regeln für unser Zusammenleben. Doch nachdem die Schülerinnen und Schüler das Fernsehduell der beiden Schauspieler in ihren Rollen als Politiker vorbereitet haben, läuft die ganze Aktion gehörig aus dem Ruder.

„Bin ich rechts?“ heißt das Stück, mit dem Matthias Damberg und Philip Gregor Grüneberg vom Theater „Treibkraft“ aus Hamm vor 10. Klassen in der Projektwoche auftreten. An die Fritz-Winter-Gesamtschule sind die beiden Schauspieler auf Initiative von Lehrer Klaus Kammann gekommen. „Es ist wichtig, sich mit den vermeintlich einfachen Lösungen rechtsextremer Parteien und Politiker auseinanderzusetzen“, meint Kammann und verweist auch darauf, dass die Fritz-Winter-Gesamtschule schließlich schon seit sechs Jahren Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus sei. Gemeinsam mit Sozialpädagogin Karin Sander hat er die Aufführungen des Theaters „Treibkraft“ in der Projektwoche mit den Klassen vor- bzw. nachbereitet. Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Jugendforum Ahlen in Verbindung mit dem Bundesprojekt „Demokratie leben“.

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In ihrem ca. 90-minütigen Stück schlüpfen die beiden Schauspieler Matthias Damberg und Philip Gregor Grüneberg in die Rollen der Politiker Martin Schmidt und Ferdinand von Berg. Unter den Kameraaugen der live aus Berlin zugeschalteten Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin sollen sie für Engagement in politischen Fragen werben. „Miteinander zu reden und Haltungen zu haben ist sehr wichtig, denn so bestimmt Politik die Regeln für unser Zusammenleben“, sagen die beiden vor den Schülerinnen und Schülern. Und die machen sich auch gleich engagiert ans Werk: Aus einer Vorschlagsliste wählen sie als Gruppe für sie wichtige politische Themen aus – etwa Gerechtigkeit, Ehe für alle oder auch den Umgang mit Flüchtlingen. Nachdem die beiden Politik-Darsteller mit einem Charakter ausgestattet sind, geht’s in die Podiumsdiskussion und anschließende Wahl. Doch ganz astrein ist diese Wahl offenbar nicht. Mit einem Trick wird die Überwachungskamera aus Berlin abgeschaltet und beide Schauspieler lassen ihre Masken fallen. Was dann folgt, konfrontiert die Schülerinnen und Schüler ganz unmittelbar und emotional packend mit den Mechanismen aber auch möglichen Folgen rechtspopulistischer Meinungsmache.

„Das Stück war sehr interessant, es gibt schließlich viele Menschen, die so denken“, meinte denn auch eine Zehntklässlerin nach dem Theaterstück. Es sei wichtig gewesen zu erfahren, wie man sich mit diesen Meinungen und Ansichten angemessen auseinander setzen könne. Gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen und –lehrern des 10. Jahrgangs wollen Klaus Kammann und Abteilungsleiterin Ines Reicke nun überlegen, wie diese Auseinandersetzung in der Fritz-Winter-Gesamtschule fortgeführt werden kann.