Schüler treten für Menschenrechte ein

Das Thema „Menschenrechte“ begleitete die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10.4 der Fritz-Winter-Gesamtschule während ihrer Projektarbeit. Zum Abschluss bekommt die Klasse Besuch von der Gruppe von Amnesty International aus Ahlen.

 In der Projektarbeit des 10. Jahrgangs ging es vor allem um den Umgang mit der Vielfalt der Menschen. In der Klasse 10.4 beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema „Menschenrechte“. Hier wurde im Rahmen der Recherchearbeit deutlich, welchen großen Schutz die 30 Menschenrechte in Deutschland im Vergleich zu vielen Ländern genießen. „Aber auch in Deutschland gibt es Menschenrechtsverletzungen“, so Adelgunde Tacken von der Amnesty-Gruppe aus Ahlen. So wendet die Polizei in einigen Fällen zu harte Gewalt an. Das ist aber sicher nichts im Vergleich zu Fällen im Ausland, wo Personen aufgrund ihrer Meinung ohne Gerichtsverfahren lange Zeit im Gefängnis landen und zum Teil gefoltert werden, wo Kinder im Grundschulalter als Kindersoldaten Dörfer überfallen und Menschen töten und sogar ausweiden müssen, wo Menschen keinen Schutz durch die Justiz genießen und Selbstjustiz herrscht. Es gibt unzählige Beispiele für solche Menschenrechtsverletzungen. Amnesty International setzt sich dafür ein, dass Menschenrechte auf der ganzen Welt beachtet werden. Neben solchen Organisationen waren es in der Vergangenheit immer wieder Menschen, die als Ziel eine friedliche Welt hatten. Hierzu gehören Widerstandskämpfer wie Sophie und Hans Scholl in der Zeit des Nationalsozialismus, Mahatma Gandhi in der Zeit der Besetzung Indiens, Nelson Mandela als Freiheitskämpfer gegen die Rassentrennung in Südafrika.

Auch in der heutigen Zeit gibt es zahlreiche Menschen, die sich für die Einhaltung von Menschenrechten einsetzen. Einer von ihnen ist Murhabazi Namegabe, der ehemaligen, schwer traumatisierten Kindersoldaten in Zentren im Kongo wieder in den Lebensalltag zurück hilft. Er lebt in ständiger Lebensgefahr, aber sein Mut ist es, der ihn dazu motiviert, furchtlos immer weiter zu machen.

 Auch die Schülerinnen und Schüler der Fritz-Winter-Gesamtschule wurden im Rahmen des Besuchs gefragt, was sie getan haben, als sie zuletzt mutig waren. In Sprechblasen schrieben sie ihre Gedanken. Hierbei zählte es nicht, eine Heldentat vollbracht zu haben, sondern wahrzunehmen, dass jeder von ihnen mutig ist. Mut ist es letztlich, den wir in einer politisch stabilen Gesellschaft aufbringen sollten, um Menschen in ihrer Not mit unserer Stimme zu unterstützen.

 2018_19AdressenPraktikum Leonore Kolbe berichtete, dass ein wirksames Mittel zur Durchsetzung von Menschenrechten Petitionen sind, die in ihrer Vielzahl an die Regierungen des betreffenden Staates oder an die deutsche Regierung geschickt werden, um Druck vor Ort aufzubauen. So nahmen auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler bereitwillig an den Petitionen für zwei Menschenrechtler in Saudi Arabien und im Kongo teil. René Poloczek, Klassenlehrer der 10.4, freute sich sehr über den Verlauf der Projektarbeit. Er hofft darauf, dass die Schülerinnen und Schüler im späteren Leben auch mutig sein werden, um für Demokratie und Menschenrechte im eigenen Land, aber auch im Ausland einzutreten.

 Die Amnesty-International-Gruppe aus Ahlen wird am Weihnachtsmarkt vom 8. bis 9. Dezember auf ihrem Stand über ihre Arbeit informieren und selbst Hergestelltes wie Marmelade und Waffeln zugunsten von Amnesty verkaufen. Um in Not geratenen Menschen direkt helfen zu können, gibt es dort die Möglichkeit am Briefmarathon von Amnesty teilzunehmen.