Vom Kunststoffgranulat zum Kugelschreiber – Ein Tag im Schülerlabor BayLab Plastics

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Von der ersten Idee bis zum fertigen Kugelschreiber – Welche Prozesse und komplizierten Vernetzungen innerhalb eines Unternehmens bis zur Herstellung des Produkts dahinter stecken, konnten Schüler der Fritz-Winter-Gesamtschule an diesem Tag hautnah erleben und mögliche spätere Tätigkeitsbereiche näher kennenlernen.Trotz der zweistündigen Anreise und des damit verbundenen frühen Aufstehens haben sich die Schüler des 10er-Erweiterungskurses schon seit einigen Monaten auf diesen Tag gefreut.

Im Schülerlabor angekommen, stellte der Leiter des BayLab Plastics, Herr Karl-Heinz Wagner, zunächst wichtige Tätigkeitsbereiche des Chemie- und Pharmariesen Bayer vor. Dass die Schüler dabei Bayer mit Aspirin in Verbindung brachten, war anzunehmen. Unklar war den Schülern jedoch, dass Bayer an der damals revolutionären Entwicklung der CD beteiligt war. Dass sich dieser Kunststoff, der von Bayer unter dem Markennamen „Makrolon“ vermarktet wird, auch in Brillen, Stadiondächern und mikrowellenfesten Kunststoffschüsseln befindet, wussten die Schüler bis dahin nicht. Die Schüler konnten erfahren, dass dieser Kunststoff so stabil ist, dass man sich auf einen Becher dieses Kunststoffs stellen kann, ohne dass er Schaden nimmt.

Aber diese Erfahrungen sollten an diesem Tag eher zur Nebensache werden. Im Vordergrund standen ab da hauptsächlich die Herstellung von Kugelschreibern aus Makrolon-Granulat und die dazu notwendigen Prozesse, die innerhalb eines realen Unternehmens stattfinden. Um wie in einem realen Unternehmen handlungsfähig zu sein mussten nun die Bereiche Forschung, Technik, Marketing/ Design, Finanzen und Kommunikation besetzt werden. Vor allem das Team der Kommunikation erwartete an diesem Tag eine besondere Herausforderung: So wurde den drei Schülern zwar die begehrte Chefrolle zugewiesen, was aber zugleich auch bedeutete, Verantwortung zu übernehmen. Ihr weiteres Handeln wurde vor allem daran gemessen, ob am Ende des Tages die anfangs versprochenen 79 Stifte in entsprechender Qualität fertig wurden. Zur Optimierung der Qualität kam es vor allem darauf an, die in der Forschung gewonnenen Erkenntnisse in die Produktion einfließen zu lassen. Dass die Stifte bei dieser Besetzung und den Branchen üblichen Gehältern ca. 150 € pro Stück als Endpreis kosten würden, hätten die Schüler aus der Finanzabteilung zunächst nicht erwartet. Erst ab einer Produktion von über zehntausend Stück am Tag würden sie auf einen Endpreis von 2 € kommen. Somit ist den Schülern auch klar geworden, wie Preisunterschiede zustande kommen können, obwohl es sich um denselben Ausgangsstoff handelt. Um den Stift letztlich auch an den Mann zu bringen, wurde von den Schülern der Marketinggruppe ein Film erstellt.

In der Abschlussbesprechung stellten die Schüler ihre Ergebnisse vor. Die Schüler fanden für ihre Arbeit gegenseitig fast ausschließlich lobende Worte. Vor allem die Einstellung zur Arbeit, die gegenseitige Unterstützung und die Motivation neue Herausforderungen anzunehmen stimmten bei den Schülern. Da es für einige Schüler bereits nach den Sommerferien in die Ausbildung geht, sind diese Erfahrungen für sie besonders wichtig. Ihr Chemielehrer René Poloczek nutzte diese Exkursion, um hier neue Impulse für die berufliche Karriere zu setzen und den Schülern die Möglichkeit zu geben, die Chemie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.