Warum brennen Brennnesseln?

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„Wenn man die Luft anhält, brennen die gar nicht!“ Diese Behauptung eines Schülers verblüfft nicht nur Lehrerin Sabine Neumann, sondern auch den Waldpädagogen Andreas. Er lädt ihn ein, das doch einmal vorzuführen. Ort des Experiments ist die Landesgartenschau „Blumenpracht und Waldidylle“ in Bad Lippspringe. Dort unterwegs war jetzt der Gartenbau-Kurs der Jahrgangsstufe 9 und zu sehen gab es weitaus mehr als Brennnesseln.

Nach ersten Eindrücken vom bunten Eingangsbereich des Kaiser-Karl-Parks mit vielfältiger Staudenbepflanzung und der erfrischenden NIEWELS-Fontäne ging es Richtung „Platz der Gesundheit“. Die ehemalige Liegehalle des Kurbades zeigt eine Ausstellung zu Themen der Gesundheit und Nachhaltigkeit. Auf einer Kreuzung der Sichtachsen-Alleen mit großartigem Weitblick informierte Waldpädagoge Andreas über die sandige Bodenbeschaffenheit und die Tatsache, dass der Wald vor 200 Jahren zum Schutz vor Wanderdünen angelegt wurde. Im lichten Schatten dann die erste Lernstation zum Thema Brennnesseln:

Und dort will der Schüler tatsächlich seine Aussage beweisen, hält sich die Nase zu und rupft eine hochgewachsene Nessel aus. Er schlägt sie sich gegen den Oberarm: Aua! Mist, dass funktioniert ja doch nicht! Wer den Schaden hat… Ab nun heißt es immer wenn ein neues kleines Experiment ansteht an ihn gerichtet: „Mach du mal! Halt einfach die Luft an!“

Im weiteren Verlauf unseres Kurses erfahren die Schülerinnen, dass die Brennhaare der Brennnessel eigentlich kristalline Gebilde sind, die bei Berührung abbrechen, winzige Hautverletzungen verursachen und dann noch eine unter Druck stehende Säure hervorschießen lassen, die wiederum zu den bekannten Hautreaktionen führt. In verschiedenen Nesselpflanzen weisen die Schülerinnen und Schüler in Versuchen Säure nach. „Und am Ende unseres Kurses im Grünen Klassenzimmer haben wir dann am Arm des Schülers auch noch anschaulich die Auswirkungen von Brennnesselsäure beobachten können!“, berichtet Sabine Neumann.