Wie feiert man eigentlich Weihnachten im Knast?

Während die Religion in der westlichen Gesellschaft bei vielen Menschen an Bedeutung verloren hat, ist die Auseinandersetzung mit religiösen Grundfragen der Fritz-Winter-Gesamtschule ein wichtiges Anliegen. Eine komplette Unterrichtsreihe befasst sich in der gymnasialen Oberstufe mit dem Thema „Religion und Alltag“.

Im Rahmen dieser spannenden Thematik konnten die Schülerinnen und Schüler des Grundkurses katholische Religionslehre der Jahrgangsstufe 13 am vergangenen Dienstag eine spannende Lektion lernen. Kurslehrer Mark Valentin hatte den Schulverwaltungsassistenten der Fritz-Winter-Gesamtschule, Jens Beranek, welcher vor seinem Wirken an der Fritz-Winter-Gesamtschule als Justizvollzugsbeamter tätig gewesen war, eingeladen, um über seine damalige Tätigkeit zu sprechen. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich darauf gut vorbereitet und zahlreiche Interviewfragen mit dem thematischen Fokus “Religiosität und Spiritualität im Knast” vorbereitet.

Die Fragen, mit denen sich Jens Beranek konfrontiert sah, berührten demnach vor allem Schnittpunkte zwischen Religion und Knastalltag und gingen teilweise sehr ins Detail: „Hat jeder Insasse das Recht auf Beichte? Und das zu jeder Zeit?“, „Werden religiöse Feste wie Weihnachten oder Ramadan auch im Knast zelebriert?“, „Hat ein muslimischer Insasse das Recht auf spezielles Gefängnisessen?“.

Nach einer sehr spannenden und gefühlt viel zu kurzen Doppelstunde, zu der sich spontan noch ein Spanischkurs der Q2 gesellte, konnte Religionslehrer Mark Valentin ein sehr positives Resümee ziehen: “Es ist doch immer wieder ein ganz besonderes und motivierendes Erlebnis, im Unterricht einen Experten über seine Tätigkeit sprechen zu hören. Wenn dieser Experte dann noch direkt vor dem Lehrerzimmer sein Büro hat, ist dies vor allem in Zeiten von Corona von großem Vorteil.”