Zement – Ein Baustoff prägt die Region

FWGHeidelbergCement

Wie aus tonhaltigem Kalkstein durch Brennen der zur Betonherstellung benötigte Baustoff Zement entsteht – davon konnten sich Schülerinnen und Schüler des 11er-Chemiekurses der Fritz-Winter-Gesamtschule bei der Firma HeidelbergCement im Werk Ennigerloh-Nord im Rahmen einer Werksbesichtigung ein eigenes Bild machen.

Ausgangsstoff zur Zementherstellung ist im Werk Ennigerloh der tonhaltige Kalkstein, der vor Jahrmillionen aus abgelagerten Muscheltieren entstanden ist. Seit mehr als hundert Jahren wird der Kalkstein im Steinbruch durch Sprengung oder mit Hilfe von Baggern abgebaut. Die teils zentnerschweren Kalksteinblöcke werden mit speziellen LKWs zur Zerkleinerung ins Werk gebracht. Anschließend wird das zerkleinerte Gut in mehreren Kugelmühlen zu Mehl gemahlen und im Drehrohrofen bei etwa 1450 °C zum Zementklinker gebrannt. Dieser wird dann mit anderen Rohstoffen zum verkaufsfähigen Zement gemischt.

Im Vorfeld der Exkursion haben sich die Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht damit beschäftigt, wie die Zementproduktion nachhaltiger gestaltet werden kann. Den meisten Menschen ist nämlich nicht bewusst, dass bei der Herstellung von 1 kg Zement etwa 600-700 g Kohlenstoffdioxid entstehen. Eine Reduzierung des Ausstoßes ist aus chemischen Gründen auch gar nicht möglich, da beim Brennen des Kalksteins dieser Kohlenstoffdioxid immer frei wird. Trotzdem wurden Maßnahmen ergriffen, um den Einsatz von Ressourcen zu schonen. So werden seit Längerem statt Kohle und Öl als Brennstoffe Abfälle wie Altreifen und Kunststoffe aus Verbundmaterialien, die aufgrund der Sortenunreinheit nicht weiter recycelt werden können, als Brennstoff eingesetzt. Seit kurzem beschäftigt sich die Firma auch mit dem Recycling von Beton. So kann man statt Bausand, der weltweit knapp wird, zerkleinerten Beton als Rohstoff für neuen Beton einsetzen. Auch am 3D-Druck mit Beton wird geforscht, so dass evtl. schon bald ganze Bauteile aus dem Drucker kommen könnten.

Um den Schülerinnen und Schülern die Berufsfelder am Standort Ennigerloh näher zu bringen, wurden sie von den Ausbildern Ulrich Ehling und Susanne van Bergerem durch die Ausbildungsbereiche geführt. Dort trafen sie auch auf Auszubildende und konnten vor Ort Fragen zur Ausbildung stellen. Am Standort Ennigerloh werden momentan Elektroniker für Betriebstechnik, Baustoffprüfer und Industriekaufleute ausgebildet. Christoph Hanskötter ist als gelernter Baustoffprüfer einer von ihnen und besuchte selbst noch vor drei Jahren die Fritz-Winter-Gesamtschule. Alle Auszubildenden haben auf dem Arbeitsmarkt beste Berufschancen. Der Berufsstart mit einer Ausbildung öffnet den Absolventen aber auch die Tür zum berufsbegleitenden Studium. Hier gelingt der Einstieg der Azubiabsolventen oft leichter, da sie während der Ausbildung schon wertvolle Erfahrungen gesammelt haben.