Zwei Blinde berichten über ihren Lebensalltag in der Klasse 6.4 der Fritz-Winter-Gesamtschule

2014-11-21 11.39.38

Während der Projektwoche beschäftigte sich die Klasse 6.4 mit dem Thema „Faszination Auge“. Neben zahlreichen Versuchen und künstlerischen Arbeiten rund ums Auge wurde in diesem Rahmen auch „Blindheit“ und „Sehbehinderung“ thematisiert.

Am letzten Projekttag erwartete die Schülerinnen und Schüler etwas ganz besonderes. An diesem Tag kamen nämlich Fritz Neumann und Dieter Hoffmann in die Klasse. Beide sind bis auf einen Sehrest erblindet. Sie berichteten, wie sie trotz ihrer Einschränkung ihr Leben meistern. So berichtete Fritz Neumann, dass er auch Haus- und Gartenarbeiten wie Kartoffelschälen und Umgraben erledigt, auch wenn im letzteren Fall die „eine oder andere Pflanze dran glauben muss“.

In ihrem Alltag sind Blinde vor allem auf Hilfen angewiesen, die es ihnen ermöglichen Informationen akustisch wahrzunehmen. Sie stellten den Schülerinnen und Schülern sprechende Geräte wie Küchenwaage, Armbanduhr und Wecker vor. Zur Farberkennung gibt es auch einen speziellen Handscanner, der den Farbton ansagt. Die Schülerinnen und Schüler waren verblüfft darüber, dass Blinde sogar mit handelsüblichen Smartphones umgehen können. Dies liegt auch hier an einer Sprachhilfe für die einzelnen Funktionen. Dass Blinde auch Zeitung lesen können, demonstrierte Fritz Neumann anhand einer speziellen „Stern-Zeitschrift“, die in Blindenschrift gedruckt wurde. Er liest sie, indem er mit seinen Fingern über kleine hoch stehende Punkte auf dem Papier fährt.

Insgesamt wurde den Schülerinnen und Schülern durch den Besuch deutlich, dass Blinde trotz ihrer Einschränkung durch spezielle Hilfen auch weitestgehend selbstständig ein normales Leben führen können.