Das Kunstklassenkonzept wird erwachsen

Was vor 18 Jahren als mutige Idee der Fachschaft Kunst an der Fritz-Winter-Gesamtschule begann, hat sich zu einem tragfähigen Profil entwickelt. „Wir haben damals den Grundstein gelegt, heute ernten wir die Vielfalt“, freut sich Jutta Maier, Fachbereichsleiterin Kunst und Kultur an der Gesamtschule. Sie ist sich sicher: „Aus einer Vision ist ein Erfolgsmodell geworden: Kunst, die Schüler stark macht.“
Und das Konzept wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das zeigt sich besonders in der Erweiterung zum Profilfach KDMK – Kunst, Design, Medien und Kultur. Es soll den Schüler*innen Türen in eine kreative Welt öffnen, die weit über das klassische Verständnis von Kunstunterricht hinausgeht.
„Unsere Schüler sollen die Welt nicht nur betrachten, sondern aktiv gestalten“, betont Maier. Besonders stolz ist sie auf die neuen Impulse der Kollegen Benjamin Fibi und Caspar Walbeck, die das Profil im vergangenen Jahr spürbar erweitert haben.

Im Bereich Design greifen etwa pädagogisches Konzept und technische Möglichkeiten ineinander: Im Medienlabor setzen KDMK-Schüler*innen eigene Entwürfe professionell um – von Logos über Grafiken bis zu bedruckten Shirts und Hoodies. Die schuleigene Schülerfirma „fritzedit“ verantwortet dabei das gesamte Schul-Merchandise und schafft einen authentischen Praxisbezug.
Der Bereich Kultur zeigt sich in der engen Partnerschaft mit dem Kunstmuseum. Jüngst besuchte eine Kunst.Klasse die Performance der Künstlerin Nezaket Ekici, die den Blick auf Ahlen und seine Betriebe neu öffnet. „Gerade die Fünftklässler staunen oft, wie viel Kunst sichtbar machen kann, wenn man genauer hinschaut“, berichtet Fibi.
Auch die Grundschulen profitieren: Mit der Don-Bosco-Grundschule entstand ein gemeinsames Logo-Projekt – ein weiterer Baustein im wachsenden kulturellen Netzwerk.
Podcasts, Filmprojekte und die jüngst beschlossene Zusammenarbeit mit dem ZDF zeigen, wie stark Medien und Kultur heute ineinandergreifen. Allem liegt der Geist des Design Thinking zugrunde: Ideen entwickeln, ausprobieren, bewerten, verbessern – gemeinsam. „So entstehen tragfähige Projekte“, erklärt Walbeck.
Ästhetisches Gestalten umfasst an der Fritz-Winter-Gesamtschule auch den sozialen Raum. Mit Aula, der digitalen Plattform für Schülerideen, wird Mitbestimmung greifbar: Nach einer Prüfung werden Vorschläge zur Abstimmung gestellt. Demokratie wird hier strukturiert, transparent und digital gelebt.
Hinzu kommen die regelmäßigen Klassenratsstunden – übrigens nicht nur in der Profilkasse –, in denen Kinder und Jugendliche lernen, zuzuhören, zu diskutieren und Lösungen zu finden. So wächst eine Schulkultur, in der Kreativität und Verantwortung zusammengehören.
Jutta Maier ist sich deshalb sicher: „Das Profilfach KDMK zeigt eindrucksvoll: Kunst ist nicht nur ästhetische Bildung, sondern ein Werkzeug, um Zukunft zu denken – im Klassenraum, im Schulraum und im Stadtraum. Die Entwicklung geht weiter.“

