Darstellen und Gestalten

Das Fach Darstellen und Gestalten wird seit dem Schuljahr 2000/2001 an der Fritz-Winter-Gesamtschule als Unterrichtsfach Wahlpflichtbereich ab Jahrgangsstufe 6 unterrichtet. Die Unterrichtsinhalte richten sich nach den Unterrichtsempfehlungen des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW für den Wahlpflichtbereich des Fachs Darstellen und Gestalten.

Das Fach wird von engagierten und interessierten Kollegen unterrichtet, die über die Fachkompetenz des jeweiligen Lehrfachs hinaus sich kompetent fortgebildet haben. Der Unterricht findet in Gruppengrößen bis zu 30 Schülern statt. Das Besondere: Zwei Lehrer unterrichten die Schülergruppe im Team.

Für das Fach Darstellen und Gestalten ist die Vielzahl möglicher ästhetischer Ausdrucksformen charakteristisch. Die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit musik-, text-, körper- und medialorientierten Darstellungs- und Gestaltungsformen geschieht unter den beiden Aspekten Aufbau und Entwicklung sowie Verknüpfung und Integration. Der Anspruch der fachlichen Qualifizierung beinhaltet weiterhin die Berücksichtigung produktiv-kreativer und reflexiv-gestaltender Handlungen in einem ausgewogenen Wechsel, bei denen die Lernenden ihre Darstellungs- und Gestaltungsergebnisse auf ihre fachliche Grundlage, ihre Wirkung und ihre Sozialverträglichkeit überprüfen und weiterentwickeln. Für die Planung der einzelnen Unterrichtsvorhaben müssen gemeinsam mit den Lernenden Entscheidungen darüber getroffen werden, in welchen Schritten, welche ästhetischen Darstellungs- und Gestaltungsformen zu welchem inhaltlichen Impuls entwickelt und eingeübt werden und zu welchen Präsentationsformen die einzelnen Arbeitsergebnisse zusammengefasst werden sollen.

Der schulinterne Lehrplan

Darstellen & Gestalten wird innerhalb des Wahlpflichtbereichs in den Klassen 6 bis 10 mit jeweils drei Wochenstunden unterrichtet. Die Lerngruppen in Darstellen & Gestalten setzen sich in der Regel aus ca. 25 -30 Schülerinnen und Schülern einer Jahrgangsstufe zusammen.

Für den Unterricht im Fach Darstellen & Gestalten steht das Forum mit einer Bühne incl. Licht- und Musikanlage zur Verfügung. Der Unterricht findet dort und in Klassenräumen statt. Im Forum können Bewegungsarbeit und Gruppenarbeiten, bei denen laut gesprochen oder Musik verwendet wird, durchgeführt werden.

Die Schule öffnet sich nach außen durch Unterrichtsgänge in allen Klassen. Sie unterhält Kontakte zu den umliegenden Theatern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

Präsentationen von Unterrichtsergebnissen sind an der Schule in zwei Formen möglich. Institutionalisiert findet einmal im Jahr der sogenannte „Theatertag“ im Forum statt. Alle Jahrgangsgruppen präsentieren der Schulöffentlichkeit ihre Ergebnisse aus dem laufenden Unterricht. Der 10te Jahrgang zeigt seine Abschlussarbeit. Jederzeit bestehen weitere Möglichkeiten zur Mitgestaltung des kulturellen Schullebens in Absprache mit der Schulleitung. Kleine Präsentationen für Mitschüler finden in Form von Aufführungen für einen Jahrgang statt.

In Übereinstimmung mit dem Schulprogramm hat sich die Fachkonferenz Darstellen & Gestalten das Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler zu Menschen heranzubilden, die über die folgenden überfachlichen Kompetenzen verfügen (vergleiche Handreichung für den Lernbereich D&G):

Persönlichkeitsstärke wird gefördert durch die Erweiterung der Wahrnehmens- und Erlebensfähigkeit, das selbstverständliche Experimentieren mit Arbeitsaufgaben und das häufige Präsentieren von Arbeitsergebnissen. Der Entwicklung eines persönlichen Ausdrucks kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Mit den positiven Erfahrungen erfolgreicher Präsentationen entwickelt sich ein reflektiertes Selbstbewusstsein, das hilft, eigene Ideen in Arbeitsprozesse einzubringen und zu vermitteln. Dies verlangt die Entwicklung von Ausdauer und Selbstdisziplin, um über viele Ideen und Zwischenlösungen zu zufriedenstellenden Ergebnissen zu kommen.

Teamfähigkeit wird gefördert durch kooperative Arbeitsformen, die im Lernbereich die Regel sind. Dadurch wird die Fähigkeit entwickelt, ein Produkt gemeinsam kreativ zu erarbeiten und zu vertreten. Ebenso bildet sich ein Verantwortungsbewusstsein für den gemeinsamen Arbeitsprozess und das Endergebnis heraus. Dieses fördert gleichzeitig auch den konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Sichtweisen und Konfliktsituationen.

Kritikfähigkeit wird gefördert durch die im Unterricht regelmäßig stattfindenden gegenseitigen Rückmeldungen und Kommentare zu Arbeitsprozessen und Arbeitsergebnissen. Eigene und fremde Beiträge werden kriterienorientiert reflektiert und bewertet. Auf der Basis gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung werden die Schülerinnen und Schüler befähigt, differenziert konstruktive Kritik sowohl zu äußern als auch anzunehmen.

Auf fachlicher Ebene wird im Lernbereich Darstellen & Gestalten vorrangig der Aufbau folgender globaler Kompetenzen intendiert :

  • Gestaltungskompetenz
  • Darstellungskompetenz

Abfolge und Inhalte der fachlichen Bereiche

Jeder fachliche Bereich (Körpersprache; Wortsprache, Bildsprache, Musiksprache) steht wenigstens ein Schulhalbjahr lang im Zentrum der Unterrichtsarbeit und ist gleichzeitig Ausgangspunkt für die Vernetzung mit den übrigen fachlichen Bereichen.

Jahrgänge 6 bis 8

dg

Im 2. Halbjahr des Jahrgangs 8 wird der körpersprachliche Bereich nochmals thematisch vertieft. Gleichzeitig treten die übergreifenden Aspekte und Vernetzungen der fachlichen Bereiche als vorrangiger Akzent in den Vordergrund.

Jahrgänge 9 und 10

In den Jahrgängen 9/10 wird in Projekten gearbeitet, die unterschiedliche Schwerpunkte aller Kompetenzen umfassen. Zielführend dabei ist, dass mit Ende der Klasse 10 eine abendfüllende Theateraufführung realisiert wird, in der sich sämtliche fachlichen Bereiche und Kompetenzen wiederfinden sollen.

Folgende Kompetenzen sollten im Laufe der 2 Schuljahre vertiefend entwickelt werden:

Vernetzung der Kompetenzen aller vier fachlichen Bereiche

Kompetenzen im fachlichen Schwerpunkt:

körpersprachlicher Bereich

Die Schülerinnen und Schüler können

  • auf der Bühne unter Nutzung des Raumes präsent agieren und reagieren,

  • Neutral- und Expressivhaltungen gezielt in eigenen Gestaltungen realisieren,

  • bühnenspezifische, dramaturgische und strukturierende Gestaltungsmittel in eigenen Gestaltungen zielgerichtet realisieren,

  • gestaltete Bewegungsabläufe unter Nutzung verschiedener schriftlicher Darstellungsformen beschreiben.

Kompetenzen im fachlichen Schwerpunkt:

wortsprachlicher Bereich

  • wortsprachliche Gestaltungselemente im Hinblick auf eine Wirkungsabsicht einsetzen,

  • Sprache und Texte durch die Verwendung sprachlicher, dramaturgischer und strukturierender Gestaltungsmittel themen- und wirkungsbezogen bearbeiten,

  • Möglichkeiten unterschiedlichen Sprechens sowie der Stimm- und Sprechvariation in eigenen Gestaltungen zielgerichtet einsetzen,

  • durch Sprach- und Sprechgestaltungen eigene und vorgegebene Texte deuten und sie mit bestimmten Wirkungsabsichten vortragen,

  • unter Verwendung einer differenzierten Fachsprache die Wirkung sprachlicher, dramaturgischer und strukturierender Gestaltungsmittel als Möglichkeiten der kreativen Sprechgestaltung in eigenen und fremden Gestaltungen beurteilen,

  • in eigenen Gestaltungen und Produktionen Sprechformate variieren und begründet einsetzen,

  • ausgehend von inhaltlichen Impulsen oder strukturierenden Vorgaben eigene Texte themenbezogen gestalten,

  • wortsprachliche Gestaltungen unter Verwendung selbst entwickelter oder vorgegebener Zeichensysteme mit dem Ziel der Nachvollziehbarkeit dokumentieren,

  • sich in Präsentationen Raum füllend, klar verständlich und variationsreich artikulieren.

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Kompetenzen im fachlichen Schwerpunkt:

bildsprachlicher Bereich

  • die Eigenschaften und Wirkungen bildsprachlicher Mittel und Grundformen unter Verwendung von Fachbegriffen differenziert beschreiben,

  • die Eigenschaften und Wirkungen bildsprachlicher Mittel und Grundformen in Bezug auf den Bühnenraum sowie auf Objekte und Körper für eigene Gestaltungen zielorientiert einsetzen,

  • strukturierende und dramaturgische Gestaltungsmittel in Bezug auf den Bühnenraum sowie auf Objekte und Körper in eigenen Gestaltungen zielorientiert und begründet einsetzen,

  • die vielfältigen Wirkungen unterschiedlicher Kombinationen von Raumebenen und Raumanordnungen zur Entwicklung von einfachen bis komplexen Raumbildern einsetzen,

  • verschiedene Materialien unter Anwendung dramaturgischer und strukturierender Mittel entsprechend der inhaltlichen Gestaltungsabsicht gezielt einsetzen.

Kompetenzen im fachlichen Schwerpunkt:

musiksprachlicher Bereich

  • musikalische Verläufe unter Verwendung von Fachbegriffen beschreiben,

  • musiksprachliche Gestaltungen unter Verwendung formaler Gestaltungsmittel entwerfen und realisieren,

  • musiksprachliche Gestaltungen unter Berücksichtigung funktionaler Zusammenhänge in Verbindung mit bild-, körper- und wortsprachlichen Konzepten entwerfen und realisieren,

  • musiksprachliche Gestaltungen hinsichtlich kommunikativer Verwendungszusammenhänge entwerfen und realisieren,

  • musiksprachliche Gestaltungen unter Anwendung grafischer Notationsformen fixieren.

bereichsübergreifende Kompetenzen:

  • die Ausdrucksmöglichkeiten der vier fachlichen Bereiche in langfristig angelegten Projekten bezogen auf eine Gestaltungsabsicht gezielt kombinieren,

  • kontextbezogene Gestaltungsideen sachorientiert unter Verwendung von Fachsprache beschreiben,

  • gemeinsam kontextbezogene Gestaltungen entwerfen,

  • geschlechterstereotype körpersprachliche, wortsprachliche, bildsprachliche und musiksprachliche Aspekte von Bühnenrollen kritisch reflektiert und mit dem Ziel ihres Aufbrechens variieren,

  • in Gruppen die Präsentation eigener Gestaltungen selbstverantwortlich planen und realisieren,

  • eigene und fremde Darstellungen und Gestaltungen in angemessener Wortwahl sachbezogen beurteilen,

  • die Darstellung eigener und fremder Gestaltungen und ihre ästhetische Wirkung im Gesamtzusammenhang von Produktionen und Präsentationen beurteilen,

  • die kritische Bewertung eigener Gestaltungen und Präsentationen durch Rezipienten sachbezogen und konstruktiv umsetzen und Alternativen entwerfen,

  • unterschiedliche Formen der Dokumentation von Arbeitsprozessen selbstständig einsetzen.