Schulleben

Die Frau mit dem Überblick verlässt die Schule

Nach 37 Jahren an der Fritz-Winter-Gesamtschule wurde Schulsekretärin Birgit Hocke jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Mit gleich zwei Feiern bedankte sich die Schulgemeinde bei einer Frau, die über Jahrzehnte zu den prägenden Gesichtern der Schule gehörte und für Generationen von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften die erste Ansprechpartnerin war.

Bereits lange vor Unterrichtsbeginn gab’s die erste Überraschung für Birgit Hocke. Lehrkräfte zogen gemeinsam durch das Sekretariat und überreichte ihr als Dankeschön Rosen. Am Mittag folgte die offizielle Verabschiedung im Forum der Schule, an der neben der Schulgemeinschaft auch Gäste aus der Stadtverwaltung und ehemalige Kolleginnen und Lehrkräfte teilnahmen. Die Botschaft der Reden war eindeutig: „Eigentlich kannst du gar nicht gehen.“

Als Birgit Hocke 1989 ihren Dienst an der damaligen Gesamtschule aufnahm, teilte sich diese noch das Gebäude mit der Friedrich-Ebert-Hauptschule. Die Gesamtschule war damals in Ahlen noch längst nicht anerkannt. „Am Anfang war es schon schwer. Ende der 90er-Jahre wurde es aber besser, da war die Gesamtschule akzeptiert“, erinnert sich Birgit Hocke.

Nach ihrer Ausbildung zur RENO-Gehilfin am Amtsgericht Ahlen wechselte sie zunächst zur Stadtverwaltung Ahlen. Dort war sie im Zentralen Gebäudemanagement tätig, bevor sie in den Schulbereich wechselte – eine Entscheidung, die ihr gesamtes weiteres Berufsleben prägen sollte.

In den vergangenen 37 Jahren erlebte Birgit Hocke zahlreiche Schulleiterinnen und Schulleiter sowie unzählige Kolleginnen und Kollegen. Das Schulsekretariat war – zuletzt mit ihren Kolleginnen Silke Juchmann und Nicole Siekaup – dabei oft die zentrale Anlaufstelle für die unterschiedlichsten Anliegen: kranke Schülerinnen und Schüler, besorgte Eltern, organisatorische Fragen oder kurzfristige Herausforderungen des Schulalltags. Wer Hilfe brauchte, landete häufig zuerst bei Birgit Hocke. Im Kollegium war man sich deshalb einig: „Birgit wusste eigentlich immer, wo etwas zu finden war und was noch erledigt werden musste.“

Dabei ist ihre Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten keineswegs einfacher geworden. Die fortschreitende Digitalisierung hat viele Abläufe verändert und neue Aufgaben mit sich gebracht. Umso mehr freut sich Birgit Hocke nun auf den neuen Lebensabschnitt. „Traurig, aber auch schön“, beschreibt sie ihre letzten Arbeitstage an der Schule. Künftig möchte sie vor allem mehr Zeit zum Reisen haben – ob auf der AIDA oder an der Nordsee bei Neuharlingersiel.

Mit Birgit Hocke verabschiedet die Fritz-Winter-Gesamtschule weit mehr als eine Mitarbeiterin. Sie verliert eine Persönlichkeit, die den Alltag der Schule über fast vier Jahrzehnte mitgeprägt, unzähligen Menschen weitergeholfen und stets den Überblick behalten hat

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