Europa ist auch als Planspiel eine komplexe Aufgabe

Auch wenn die Europawoche an der Fritz-Winter-Gesamtschule bereits offiziell beendet ist, stand Europa im Jahrgang 11 nun noch einmal ganz praktisch im Mittelpunkt – dieses Mal mit dem Blick auf konkrete politische Probleme und die komplexen Entscheidungsprozesse innerhalb der Europäischen Union.
Der Sozialwissenschaftskurs im Jahrgang 11 von Lehrer Johannes Walter nahm dazu jetzt an einem zweitägigen Planspiel teil, das die Arbeit des Europäischen Rates realitätsnah nachstellte. Aus Termingründen konnte dieser Part der Europawoche erst jetzt stattfinden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Mitgliedsstaaten der EU gemeinsam mit der Flüchtlingsproblematik umgehen und eine gemeinsame europäische Politik entwickeln können.
Entwickelt wurde das Planspiel unter anderem vom Düsseldorfer CIVIC-Institut gemeinsam mit den Landeszentralen für politische Bildung Nordrhein-Westfale und unterstützt von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Schülerinnen und Schüler schlüpften dabei in die Rollen von Staats- und Regierungschefs verschiedener europäischer Staaten. Ziel war es, trotz sehr unterschiedlicher Interessen, politischer Positionen und nationaler Perspektiven gemeinsame Lösungen zu finden.
Dabei wurde schnell deutlich, wie anspruchsvoll politische Entscheidungsprozesse in der Europäischen Union tatsächlich sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren unmittelbar, wie viele unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden müssen und welche Bedeutung Verhandlungen, Kompromisse und diplomatisches Geschick besitzen.

Und zumindest an der Fritz-Winter-Gesamtschule gelang am Ende, woran in der Realität häufig lange gearbeitet werden muss: Nach intensiven Diskussionen konnte der „Europäische Rat“ am Ende des zweiten Tages einen gemeinsamen Beschluss verabschieden. Möglich wurde dies vor allem durch Verhandlungsbereitschaft und Kompromisse aller Beteiligten.
Wie anspruchsvoll solche Abstimmungen sind, brachte Michella aus der 11 treffend auf den Punkt: „Jetzt ist mir erstmal klar, warum manche Entscheidungen so lange dauern, wenn sich alle 27 Mitgliedsstaaten erst einmal auf eine Position einigen müssen.“
Eine besondere Herausforderung bestand zudem darin, politische Positionen zu vertreten, die nicht unbedingt der eigenen Meinung entsprachen. Auch dies gehörte zum Lernprozess des Planspiels. Schüler Ole erklärte dazu: „Es war gar nicht so leicht, in der Rolle zu bleiben, da ich selber andere Überzeugungen hatte als das von mir repräsentierte Land. Am Ende hat es mir aber geholfen, die Sichtweise anderer EU-Länder besser nachvollziehen zu können.“


