Elternbrief Sommer 2020

Liebe Eltern!

Wer hätte vor einem halben Jahr gedacht, dass uns ein Virus die Schulschließung beschert, die dann am 11. März vonseiten des Schulministeriums angeordnet worden ist?
Keine nordrhein-westfälische Schule war darauf vorbereitet, die Fritz-Winter-Gesamtschule auch nicht! Konkrete Vorgaben durch das Schulministerium NRW, wie wir nun den Unterricht fortsetzen sollten, gab es nicht. Da auf mehreren Fortbildungen zu den “Neuen Medien” schon eine Vielzahl der Kolleg*innen mit Microsoft 365, Teams und OneNote fortgebildet worden war, habe ich sofort entschieden, diese Kommunikationsplattform für unsere Schule zu nutzen. Alle Lehrer*innen und Schüler*innen erhielten in kurzer Zeit Emailadressen und Passwörter, um sich in dieses Programm einzuarbeiten und es anzuwenden. Allerdings gab es in einigen Klassen und Jahrgangsstufen schon andere gut funktionierende Kommunikationswege, die durchaus effektiv genutzt wurden.
Ein Problem war, dass wir nicht alle Elternhäuser über das Internet erreichen konnten. Zudem waren die Erwartungen der Eltern auch sehr unterschiedlich. Während einige ihre Kinder gern ausschlafen lassen wollten, legten andere Eltern großen Wert auf Beibehaltung eines festen Stundenplans.
Auch waren die Lehrer*innen der Fritz-Winter-Gesamtschule nicht alle gleichermaßen fit im Umgang mit den digitalen Möglichkeiten, und die Betreuung der eigenen Kinder im Homeoffice waren für alle Seiten, Elternhäuser wie Lehrer*innenhaushalte, eine große Herausforderung.
Insgesamt zeigte sich aber wieder, dass die Fritz-Winter-Gesamtschule ausgesprochen engagiert und erfolgreich war, wenn auch nicht alles perfekt funktioniert hat.
Wir haben vom 13. März an eine Notbetreuungsgruppe eingerichtet, während der Osterferien beibehalten und bis zum Beginn der Sommerferien nun gute Erfahrungen mit dieser für uns neuen Form von Schule gemacht.
Als entschieden worden ist, dass ab dem 23. April die Jahrgangsstufen 10 und 13 wieder in die Schule kommen dürfen, haben wir ein detailliertes Rahmenkonzept mit Einhaltung aller notwendigen Hygienebestimmungen entwickelt. Das Konzept hat sich in den bisherigen Wochen absolut bewährt. Die Fritz-Winter-Gesamtschule war übrigens die einzige allgemeinbildende Schule im Kreis Warendorf, die zeitgleich mit zwei Jahrgangsstufen und insgesamt etwa 300 Schüler*innen starten musste.
Die Prüfungsklausuren für den Jahrgang 10 haben die unterrichtenden Fachlehrer*innen selbst entwickelt. Wir hätten uns konkrete Vorgaben und Hinweise des Schulministeriums gewünscht. Erhalten haben wir sie erst zwei Unterrichtstage vor dem ersten Klausurtermin. Dennoch konnten wir unsere Schüler*innen sehr gut vorbereiten, was die vielen guten Abschlussergebnisse bestätigen.
114 Schüler*innen von insgesamt 172 (66%) haben die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erhalten. Das dokumentiert die hervorragende Arbeit unserer Lehrer*innen, denn der Anteil der Mädchen und Jungen mit Gymnasialempfehlung lag in diesem Jahrgang zu Beginn der Klasse 5 bei nur 24 Prozent. „Spätstarter“ haben eine echte Chance bei uns. Weitere 36 Abschlüsse mit der Fachoberschulreife unterstützen diese Aussage eindrucksvoll. Herzlichen Glückwunsch!
Von der Sparkassenstiftung wurden in diesem Jahr erneut die leistungsstärksten Schülerinnen und Schüler im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich der Jahrgangsstufe 10 mit einem iPaD belohnt –und zudem eine Schülerin mit besonderem sozialen Engagement. Auch an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an Ellen Schulte, Kylie Brinkmann, Louisa Uppenkamp, Lena Kiemann Charlotte Hipper und Esma Polat.
Auch in der zukünftigen Jahrgangsstufe 11, die mit etwa 135 Schüler*innen sehr stark sein wird, werden alle Schülerinnen und Schüler mit einem elternfinanzierten iPad arbeiten.
Den meisten Abiturient*innen konnten wir neben der fachlichen Unterstützung ein hohes Maß an Sicherheit und Zuversicht vermitteln. Das zeigen die ebenfalls guten Ergebnisse beim diesjährigen Corona-Abitur, das die Schüler*innen vor besondere psychische Herausforderungen stellte, eindrucksvoll. Da noch einige Prüfungen coronabedingt ausstehen, kann ich Ihnen die genauen Zahlen noch nicht nennen.
Für die Schüler*innen, die in diesem Jahr ihren Abschluss haben, sind zahlreiche Rituale des Abschiednehmens entfallen. Leider! Mit der Verabschiedung im Autokino konnten wir zumindest für die 10er einen ganz besonderen Höhepunkt realisieren. Hoffen wir, dass dies trotzdem eine einmalige Ausnahme bleibt.
Ich wünsche allen Schüler*innen, die in diesem Jahr ihren Abschluss bei uns gemacht haben, für die Zukunft einen erfolgreichen Schul-, Studien- und Berufsweg und natürlich viel Glück und Erfolg!
Ab dem 11. Mai wurde der Unterricht für die übrigen Jahrgangsstufen wieder aufgenommen. Wir hatten dabei von Anfang an das Bemühen, möglichst viele Schüler*innen an möglichst vielen Tagen in die Schule zurück zu holen.
Die geltenden Hygienevorschriften und Abstandsregeln wurden von allen verantwortungsvoll eingehalten. Fachunterricht im bisherigen Sinne war nicht möglich, weil sich dann sofort eine Durchmischung aller Schüler*innen einer Jahrgangsstufe ergeben hätte. Mögliche Infektionswege wären kaum nachvollziehbar gewesen. Zum Glück hat sich kein Infektionsfall in der Fritz-Winter-Gesamtschule ergeben.
Ausgesprochen bedauerlich ist das ersatzlose Streichen vieler Veranstaltungen: Theatertag, Europawoche, Schultanztreff, Grüner Ehrenamtstag, Blutspendetermin, Fahrten nach Barcelona, Rom, Metz und Lettland sowie das Familienessen und der Schnuppernachmittag für die neuen 5er.
Einige personelle Veränderungen:
Am Ende des Schuljahres verlassen uns einige Kolleginnen und Kollegen: Astrid Anneken (Deutsch und Religion), Igor Bekrenew (Mathe und Physik), Kristin Blome (Französisch und Sport), Julia Eschen (Mathe und Sport), Imke Fecke (Mathe und Physik), Bärbel Janthal (Deutsch), Anna Kwasniok (Mathe), Silvia Linnemannstöns (Englisch und Gesellschaftslehre), Christoph Seggewiß (Deutsch und Religion), Marita Stein (Deutsch und Spanisch) und Michael Stenger (Chemie und Physik).
Herzlichen Dank für die ausgesprochen engagierte Arbeit an der Fritz-Winter-Gesamtschule! Ich wünsche den Kolleginnen und Kollegen viel Glück und Erfolg!
Verstärkung erhalten wir mit Andrea Neu (Deutsch und Englisch), Isabelle Dick (Latein und Geschichte), Vanessa Kasteleiner (Deutsch und Philosophie), Felix Knülle (Mathematik und Sport), Julian Siefert (Physik und Sport), Juliane Knauer-Neumann (Deutsch und Kunst) und Nina Beste (Deutsch und Religion).
Als zusätzliche Vertretungskraft kommt Nina Hammer (Englisch und Französisch) hinzu. An dieser Stelle zeigt sich, dass die Fritz-Winter-Gesamtschule auch als Arbeitsplatz sehr beliebt ist. Alle freien Stellen konnten wiederbesetzt werden.
Zur Übermittagsverpflegung:
Der VEBG e.V. (Mensaverein) setzt sich für eine nachhaltig gesunde Ernährung ein: 100 % Bio, keine Geschmacksverstärker und keine künstlichen Zusatzstoffe. Durch die Schulschließung wird die finanzielle Lage auch für den Mensaverein und besonders für den Caterer BIOND eng. Melden Sie Ihr Kind bitte nicht vom Mittagessen ab.
Für die vergangenen Monate sind reduzierte Monatsbeiträge erhoben worden. Im Monat Juli wird kein Beitrag erhoben. Wie in vielen anderen Bereichen laufen auch beim Mensaverein bestimmte Kosten weiter. Mit den Monatsbeiträgen der Eltern wird nicht nur das Essen finanziert. Und wenn Ihr Kind noch nicht angemeldet ist: Anmeldeformulare für die Übermittagsverpflegung gibt es im Sekretariat.
Die Mensa unserer Schule sucht weiterhin Eltern, die bereit sind ehrenamtlich einen Tag im Monat bei der Zubereitung und Ausgabe des Mittagessens zu helfen. Der Zeitrahmen liegt dann bei etwa 4 Stunden – von 10 bis 14 Uhr – einmal im Monat. Sie können an diesem Tag natürlich kostenlos essen. Melden Sie sich doch bei Interesse im Sekretariat unter 02382-547050.
Mit Blick auf das neue Schuljahr:
Konkrete Vorgaben für das neue Schuljahr vonseiten des Schulministeriums liegen mir seit Dienstagnachmittag (23.06.) vor. Es bleibt aber noch vieles ungewiss. Es wäre wünschenswert, wenn wir nach den Sommerferien wieder den normalen Betrieb aufnehmen könnten.
Die Entwicklung der Infektionen wird das weitere Geschehen beeinflussen. Aktuell kann ich mir noch nicht vorstellen, dass wir nach den Sommerferien Tag für Tag mit etwa 1.650 Personen im Schulgebäude sind. Dann können wir die bisherigen Hygienevorschriften und Abstandsregeln nicht mehr realisieren.
Alle Klassen- und Kursfahrten, die wir für August geplant hatten, sind storniert worden.
Wie wir die Klassenpflegschaftssitzungen terminieren, werden wir gegen Ferienende entscheiden und Ihnen dann mitteilen.
Genauere Informationen zum Start ins neue Schuljahr werden wir am Ende der Sommerferien auf der Homepage der Schule und auf dem Digitalen Schwarzen Brett veröffentlichen.
Ihnen und Ihren Kindern wünsche ich – trotz Corona – erholsame Sommerferien mit hoffentlich viel Sonnenschein und bleiben Sie gesund!
Alois Brinkkötter, Schulleiter