Schulleben

Spanien-Austausch war nur im Netz möglich

“Come together” hieß das Motto, unter dem 20 Schüler*innen der Fritz-Winter-Gesamtschule mit ihren gleichgesinnten Freund*innen aus Barcelona digital Europa lebten.

Das vergangene Schuljahr sollte für 20 Schüler*innen der Fritz-Winter-Gesamtschule ein unvergessliches Jahr werden. Gemeinsam mit 20 Gleichgesinnten aus ihrer Partnerschule “Salesians de Sarrià” in Barcelona wollten sie ein europäisches Erasmus-Projekt unter dem Motto: “Come together – die Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen in Barcelona für ein gemeinsames Europa” umsetzen, für das der Pädagogische Austauschdienst der Kultusminister sogar Fördergelder der EU bereitgestellt hatte.

„Das letzte Jahr brannte sich tatsächlich für unsere Schüler*innen ins Gedächtnis, doch leider nicht so, wie geplant“, berichtet Beate Retkowski, die den Spanien-Austausch an der Fritz-Winter-Gesamtschule als Lehrerin betreut. Das vorgesehene Abenteuer, eine bilaterale Begegnung im jeweiligen Land sei wegen Corona leider ausgeblieben. „Trotzdem haben unsere spanischen und deutschen Schüler*innen von dem Vorhaben profitiert“, berichtet die Lehrerin und beruft sich dabei sogar auf den Philosophen Montesquieu: „Es sind immer die Abenteurer, die große Dinge vollbringen.“

Statt sich direkt zu treffen, verlegten die Jugendlichen die Begegnung eben ins Internet. Retkowski: „Die Jugendlichen erstellten zunächst einen Lebenslauf auf Englisch, bevor sie die sozialen Medien nutzten, um in direkten Kontakt mit den ihnen zugewiesenen Austauschschülerinnen und -schülern zu treten.“ Statt einer gemeinsamen Führung durch Ahlen und die Gesamtschule wurde eine virtuelle Führung durch Stadt und Schule erstellt und nach Barcelona geschickt. Den gleichen Weg nahmen weitere Themen, wie z.B. das deutsche Schulsystem, die als Powerpoint-Präsentationen nach Barcelona reisten.

„Auch die Spanier waren fleißig und haben an Projekten gearbeitet, um unseren Schüler*innen ihre Stadt und ihr Umfeld nahezulegen“, erzählt Beate Retkowski. Alle Arbeiten seien dabei in englischer Sprache erfolgt, denn die Schüler*innen der Austauschschule wüchsen zwar bilingual (Spanisch und Katalan) auf und lernten Englisch in der Schule, doch Deutsch als Schulfach tauche nicht auf ihrem Stundenplan auf. Retkowski: „Und auch unsere Schüler*innen, die Spanisch oft erst seit einem halben Schuljahr lernen, waren erleichtert, dass der Austausch auf Englisch geplant war und ihnen zusätzlich die Möglichkeit bot, von der mediterranen Sprachenvielfalt Kataloniens zu profitieren.“

Nun hofft die Fachschaft Spanisch der Gesamtschule, dass der nächste Austausch mit Barcelona wieder ein direkter und persönlicher wird. „Die Planungen für das kommende Schuljahr mit dem EU-Förderprogramm Erasmus plus laufen bereits“, versichert Beate Retkowski.