Spurensuche in Köln
Im Rahmen einer eindrucksvollen Gedenkstättenfahrt reisten 24 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis 12 nach Köln, um sich intensiv mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Begleitet wurden sie von den Lehrkräften Oliver Kottmann, Aylin Luque Lucena und Alexander Bode.

Ein zentraler Programmpunkt war der Besuch des NS-Dokumentationszentrum Köln im sogenannten EL-DE-Haus. Zwischen 1935 und 1945 diente es als Sitz der Gestapo-Leitstelle und beherbergte im Keller ein Gefängnis. Bis heute sind dort zehn Zellen erhalten, deren Wände mit über 1 800 Inschriften, Zeichnungen und Ritzereien eindrucksvoll vom Leid der Gefangenen zeugen.
Ein weiterer wichtiger Ort war die Gedenkstätte Brauweiler. Hier befand sich bereits 1933/34 eines der frühen Konzentrationslager, später ein Gefängnis der Gestapo für tausende politisch und rassistisch Verfolgte. Auch Konrad Adenauer war hier zeitweise inhaftiert.
Inhaltlich setzte sich die Gruppe besonders mit jugendlichem Widerstand im Nationalsozialismus auseinander. Anhand konkreter Einzelschicksale – etwa der polnischen Zwangsarbeiterin Tola oder von Menschen aus dem kommunistischen Widerstand, die jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger versteckten – wurde Geschichte greifbar und persönlich.
Auch weitere Gedenkorte standen auf dem Programm, darunter die Hinrichtungsstätte der Edelweißpiraten am Bahnhof Ehrenfeld, die an den mutigen Widerstand junger Menschen erinnert.

Neben der intensiven inhaltlichen Arbeit blieb auch Zeit, die Stadt zu erkunden. Ein Rundgang durch die Innenstadt sowie die Besteigung des Kölner Dom bildeten einen gemeinsamen Abschluss der Fahrt.
Die Auseinandersetzung mit den historischen Orten hinterließ bei den Teilnehmenden einen nachhaltigen Eindruck. Ihre Erfahrungen werden sie bei der Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai auf dem Ostfriedhof teilen.


